Biblis

Kriminalität Rita Schramm und Felix Kusicka „sehr besorgt“

Hakenkreuz auf Auto von Politikerin

Biblis.Wenngleich eine Berichterstattung für den oder die rechtsradikalen Täter womöglich eine Art Befriedigung bedeuten könne, wollen Rita Schramm und Felix Kusicka es nicht verschweigen: In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz berichteten die Vorsitzende der Bibliser Gemeindevertretung und der Bürgermeister (beide CDU) am Dienstag, dass vor etwa drei Wochen das Auto einer ehrenamtlichen Politikerin in Biblis mit Hakenkreuz und Judenstern zerkratzt worden sei.

Polizei und Staatsschutz seien informiert. Bislang lägen ihnen keine Ergebnisse vor, so Schramm und Kusicka. Es handle sich um eine gezielte Sachbeschädigung, erklärte Kusicka. Denn zu beiden Seiten des beschädigten Fahrzeugs wären jeweils nagelneue geparkt gewesen, die nicht beschädigt worden seien.

Schramm und Kusicka äußerten sich „sehr besorgt“ über immer stärker um sich greifende rechtsradikale Umtriebe. Es sei eine Verrohung der Gesellschaft generell und damit einhergehend ein großer Rechtsruck festzustellen. Im ganzen Land, aber speziell auch in Biblis. „Dazu tragen gewiss die verbalen Entgleisungen von Akteuren hier vor Ort bei“, sagte der Verwaltungschef.

Mitarbeiter bespuckt

Allgemein seien Verunglimpfungen und Beschimpfungen von Rathausmitarbeiten auf digitalem Weg beinah an der Tagesordnung, erklärte der Bürgermeister. Als „Gipfel dessen“ schilderte er, wie Mitarbeiter des Bauhofs jüngst aus einem fahrenden Auto heraus bespuckt worden seien. „Das ist nicht das Biblis, in dem wir leben wollen“, betonten beide. Mit Blick auf Herabwürdigungen ehrenamtlicher Politiker fragte Schramm: „Wo wollen wir denn künftig Leute herbekommen, die sich für die Gemeinschaft engagieren“? „Worauf wollen wir warten? Dass hier bald Brandsätze fliegen?“, ergänzte der Bürgermeister. Und: „Wir werden dem nicht tatenlos zuschauen.“ Er werde künftig jeden einzelnen Vorfall, von der Beleidigung bis zur Sachbeschädigung, auf die Erfolgsaussichten einer Strafanzeige hin prüfen.

Christiane Kobus, Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt, bestätigt die Sachbeschädigung mit verfassungsfeindlichen Symbolen. Die Tat sei zwischen dem 19. und 20. Juli im Ortsteil Nordheim geschehen. Die Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei in Heppenheim ermittle. Bislang allerdings ohne Ergebnis, so Kobus. mas

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