Biblis

Atomkraftwerk RWE vergibt Aufträge in Millionenhöhe

Herzstück des Reaktors verschwindet

Archivartikel

Biblis.RWE investiert in den Rückbau der ehemaligen Kernkraftwerke in Biblis, Mülheim-Kärlich und Lingen erneut einen zweistelligen Millionenbetrag. Derzeit laufen noch die Abbauarbeiten an den Dampferzeugern. Nun hat RWE Nuclear die Aufträge für den Rückbau der Anlagen mit dem jeweiligen Herzstück der Anlage, dem Reaktordruckbehälter (RDB) und seinen Einbauten, vergeben. „Wir wollen innerhalb der kommenden 15 bis 20 Jahre den Rückbau unserer Anlagen sicher, unverzüglich und effizient schaffen“, betont Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand bei RWE Power und technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear.

Während des Leistungsbetriebs der Anlagen befanden sich im Reaktordruckbehälter der wärmeerzeugende Reaktorkern mit den Brennelementen. Der Reaktordruckbehälter ist von einem rund zwei Meter dicken Stahlbetonzylinder, der als Strahlungsabschirmung diente, umgeben und befindet sich innerhalb des Kontrollbereichs. Die Zerlegung der Komponenten erfolgt durch geschulte Fachkräfte vor Ort und teilweise unter Wasser.

Beginn im kommenden Jahr

Im Anschluss werden die ausgebauten Teile, die zu den schwach und mittelradioaktiven Rückbauabfällen zählen, für eine spätere Endlagerung fachgerecht verpackt und an den Bund übergeben. Die ersten Arbeiten werden voraussichtlich 2020 beginnen im Jahr 2024 und in der letzten Anlage beendet werden.

Im Kernkraftwerk Biblis wird wie auch in Mühlheim-Kärlich die Bietergemeinschaft KORE die Zerlegung und Verpackung der RDB-Einbauten für beide Blöcke durchführen. Für den Reaktordruckbehälter selbst sowie für einige Nebengewerke erhält ein Konsortium aus „Kraftanlagen Heidelberg“ und der in Essen ansässigen „Steag“ den Auftrag.

Genehmigungen beantragt

Die für den Abbau der Großkomponenten notwendigen Genehmigungen und Zustimmungen der zu beteiligenden Behörden wurden eingeholt beziehungsweise beantragt. Wie bei kerntechnischen Anlagen üblich, werden die Tätigkeiten durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden der Länder begleitet.

Die Abbautätigkeiten erfolgen innerhalb der Gebäude. RWE betont, dass die an den Standorten ins Leben gerufenen Informationsinitiativen regelmäßig über den Fortschritt der einzelnen Abbauschritte auf dem Laufenden gehalten werden sollen. red

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