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Solidarische Landwirtschaft Genossenschaftliche Produktion auf dem Wattenheimer Hof Ochsenschläger erfolgreich angelaufen / Mitglieder schätzen Frische und Regionalität

Immer wieder freitags ein Korb voller Gemüse

Wattenheim.Solidarische Landwirtschaft – kurz Solawi: Für die Mitglieder bedeutet das gelebte Gemeinschaft, Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit, gute Produkte aus der Region, bewusster Umgang mit Lebensmitteln und kreatives Kochen. Diese Beschreibung erhielt Kreisbeigeordneter Karsten Krug bei seinem Besuch des Hofguts Ochsenschläger. Das Prinzip funktioniert in Wattenheim genauso wie bei anderen Solawi-Genossenschaften in Deutschland: Die Teilnehmer bezahlen einen monatlichen Betrag und erhalten jede Woche Frisches vom Acker, Eier oder auch Obst.

„Ich habe schon immer Wert auf gute Nahrungsmittel gelegt, und mit der Solidarischen Landwirtschaft geht es noch einen Schritt weiter“, zeigte sich Angelika Pixberg aus Nordheim von dem Konzept überzeugt. Anfang des Jahres begannen Ochsenschlägers mit der Solawi, davor hatten sie dieses Konzept einige Jahre beobachtet. Ein Berater half bei der Umsetzung. Die Vorteile für die Landwirte: Unabhängig von Marktzwängen können sie sich einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen, den Boden fruchtbar halten und bedarfsorientiert wirtschaften, wie Siegbert Ochsenschläger aufzählte. Und lächelnd fügte er an: „Nun zaubern wir jede Woche etwas Neues und Frisches auf die Teller.“

Angebaut werden nicht nur einheimische und alltägliche Produkte, die Kunden erhalten auch außergewöhnliche Lebensmittel. „Auf dem Acker sah die Haferwurzel wie Unkraut aus. Da hätten wir nicht gedacht, dass wir das mal essen würden“, sagte Klaus Schader lachend. Am Ende wurde die Wurzel, geschwenkt in Knoblauch und Öl, zur Vorspeise, und die langen grünen Blätter kamen in den Salat. „Wir lernen hier Lebensmittel kennen, die wir vorher noch nie verarbeitet haben. Es macht Spaß, sich auszutauschen und zu erfahren, was die anderen damit kochen“, erzählte Angelika Pixberg. Man erfahre vieles über die Landwirtschaft und über die Produkte. Die Mitglieder der Solawi können jederzeit auf dem Acker mithelfen, beim Einsetzen, Säen oder Ernten – und das machen sie gerne. Dann sind es noch mehr „ihre“ Produkte.

Karsten Krug hatte schon frühzeitig von diesem „nachhaltigen Konzept“ gehört und freute sich, dass es auch in Wattenheim umgesetzt wird. „Ein Mehrwert für den Kreis Bergstraße“, lobte er.

Idee mit Zukunft

Die Idee habe Zukunft und locke Kunden von der Bergstraße, aus dem Odenwald und der anderen Rheinseite an. Aus Herrnsheim fahren Klaus und Krystyna Schader zusammen mit Alina Michalske jeden Freitag nach Wattenheim, um ihren Erntebeitrag abzuholen. In der Scheune ist dann aufgebaut, was am Morgen geerntet wurde. Eine Tafel zeigt an, was an diesem Tag auf den Tisch kommt. 26 verschiedene Erzeugnisse waren es diesmal. Von Einkornmehl über Eier von freilaufenden Hühnern, Paprika, Chili und Tomaten bis hin zu Kartoffeln, Löwenzahlsalat, Rote Beete, Karotten oder Gurken. Die Kunden packen und wiegen ihre Sachen selbst ab. Die beiden Schaders sind restlos begeistert. Fleisch und Wurst würden sie immer mehr reduzieren, zuerst komme „die Ernte“ auf den Tisch. Durch die Vielfalt an Lebensmitteln und Kombinationen sind sie, wie viele andere Teilnehmer, zu kreativen Köchen geworden.

Am meisten überzeugt seien sie von der Qualität und dem ursprünglichen Geschmack der Produkte, stellt Schader fest: „Wir kommen jedesmal voller Vorfreude hierher und sind gespannt darauf, was diesmal im Korb landet.“

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