Biblis

Jubiläum Blick in die Geschichte des FV Biblis

In 100 Jahren nur auf zwei Fußballplätzen

Biblis.Es gibt wohl in Deutschland keinen Fußballverein, der noch nie um eine Spielstätte kämpfen musste. Auch der FV Biblis musste in den 100 Jahren seines Bestehens einige Auseinandersetzungen führen, um auf einem geeigneten Sportplatz dem runden Leder nachjagen zu können. Dennoch ist die Anzahl der fußballerischen Lokalitäten letztlich überschaubar. Es waren nur zwei Spielstätten, auf denen in Biblis Fußball gespielt wurde.

Auf der sogenannten Fohlenweide, daraus wurde später der „Sportplatz an den Erlen“, feierte der Fußball in Biblis fröhliche Urstände. Bereits die 1911 gegründete Teutonia, die Ur-Mutter des heutigen FV Biblis, spielte auf diesem Geläuf. Als der FV Biblis 1919 gegründet wurde, erweiterte er zügig die Infrastruktur an den Erlen und verfügte recht bald über einen geeigneten Sportplatz, der den Anforderungen mehr als genügte. Auch nach dem Krieg waren die „Erlen“ die Fußballheimat des FV Biblis. Und schon 1947 wurde dort auch ein Clubhaus errichtet. Dazu diente das am ehemaligen Militärflughafen im Südosten der Gemarkung abgebaute Funktionsgebäude.

So sehr sich die Bibliser Fußballer auch auf ihrem Gelände wohlfühlten und dort auch gerne mal einen über den Durst tranken, waren die Platzverhältnisse dort nicht immer gut.

„Gerade im Winter war unser damaliger Sportplatz sehr schwer zu bespielen. Nach regenreichen Tagen stand noch lange das Wasser. Da mussten wir so manche Begegnung absagen“, erinnert sich der damalige FVB-Vorsitzender Herbert Schulz, der am 18. Februar in Lampertheim seinen 95. Geburtstag feierte.

Obwohl es einige Überlegungen gab, weiterhin „An den Erlen“ zu bleiben, wurde das Projekt Pfaffenaustadion auch dank der Initiative von Herbert Schulz vorangetrieben. 1972 wurde das Areal als Bezirkssportanlage seiner Bestimmung übergeben, nachdem es vom Bibliser Architekten Hans-Werner Lorenz konstruiert worden war. Der Verein präsentierte sich mit Rasenplatz, Hartplatz, großem Umkleidehaus und Stadiongaststätte in neuem Glanz. Gerade die Jugendabteilung profitierte von der neuen Infrastruktur.

Zuschauer scheuen langen Weg

Der Bibliser Fußballfreund aber tat sich etwas schwer, nun den langen Fußweg in den Bibliser Süden zu den Heimspielen des Vereins zurücklegen zu müssen, und viele blieben sonntags nachmittags auf der Couch sitzen.

Auf den „Erlen“ wurde aber dennoch weiter Fußball gespielt. Freizeitfußball stand hoch im Kurs. Außerdem diente das Gelände dem 1976 gegründeten FC Boys Wattenheim einige Zeit als Spielstätte, ehe 1992 der türkische Fußballverein Birlikspor Biblis für viele Jahre dort Quartier bezog.

Der Forderung der Bibliser Fußballjugend, im Pfaffenaustadion einen Kunstrasen zu verlegen, konnte aus finanziellen Gründen so schnell nicht nachgekommen werden. Aber im August 2011 war es soweit. Ein Kunstrasen wurde im Pfaffenaustadion verlegt, so dass der Verein nun dem ungeliebten Hartplatz Lebewohl sagen durfte. hias

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