Biblis

Insolvenz nur herausgezögert

Archivartikel

Zum Helfrichsgärtel III in Biblis:

MKM ist offensichtlich schon seit über einem halben Jahr zahlungsunfähig. Schon im März gab es Außenstände von über 1 Million Euro, mittlerweile soll dieser Betrag bei weit über 2 Millionen Euro liegen.

Über die Ursachen dieser enormen Überschuldung bei diesem kleinen Bauvorhaben möchte ich gar nicht nachdenken und spekulieren. Dies sind immerhin rund ein Drittel des Wertes der gebauten oder im Bau befindlichen 17 Einheiten. Dies dürfte sicherlich eines Tages Aufgabe unserer Justiz sein.

Die Frage ist doch, warum die Politik nach Bekanntwerden dieser enormen Überschuldung im März dieses Jahres nichts unternommen hat, um weiteren Schaden abzuwenden. Nun haben sich die offenen Forderungen gegenüber MKM mehr als verdoppelt.

Eigentlich liegt hier der klassische Fall einer Insolvenz vor: Zahlungsunfähigkeit. Alle Versuche, diesen Fakt zu negieren, ist eine Insolvenzverschleppung beziehungsweise deren Unterstützung. Die Pflicht zur Insolvenzanmeldung ist derzeit nur begrenzt ausgesetzt. Dies gilt nur für Fälle, in denen die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Folgen der COVID-19-Pandemie beruht. Dies ist aber hier mit Sicherheit nicht der Fall.

Nun hofft die Politik auf eine Sanierung, die einen Ausgleich der Schulden von 2,5 Millionen Euro beinhalten soll. Dieser Betrag entspricht etwa dem Gegenwert von fünf schlüsselfertigen Häusern in dem Baugebiet! Wie soll das funktionieren? Wo soll das Geld herkommen? Ein neuer Partner für den Bau der Häuser wird kaum diese Summe in den Topf geben, um hier Altschulden zu begleichen. Und dieser Betrag wird wohl bei diesem Projekt schwerlich als zusätzlicher Gewinn abfallen, um dies ausgleichen zu können.

Ich erinnere nur an den Fall der Holzmann AG vor vielen Jahren, die ebenfalls zahlungsunfähig wurde. Die Bundespolitik versuchte mit viel Medienaufmerksamkeit, das Unternehmen zu retten. Das Sterben wurde nur hinausgezögert. Ich befürchte, so wird es auch hier sein. Es ist nicht Aufgabe der Politik, wirtschaftliche Fehlentwicklungen und Fehlleistungen zu korrigieren. Das bedeutet einen Eingriff in die Marktwirtschaft. Und solange MKM hier weiterhin in irgendeiner Form im Boot bleibt, wird wohl kaum ein neuer Bauherr ausreichend Vertrauen aufbringen, hier ein Haus zu erwerben. Das einzig Richtige ist ein klarer Schnitt. Alles andere ist Sterben auf Raten.

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