Biblis

Segelverein Biblis Weltmeisterschaft für ferngesteuerte Boote der Klassen Ten Rater und Marblehead auf dem Riedsee

Internationales Flair in Südhessen

Biblis.Über zehn Tage lang war das Vereinsgelände des Segelvereins Biblis das Mekka für internationale Gäste im Bereich des ferngesteuerten Segelns von Booten. Denn erstmals seit 30 Jahren fanden auf deutschem Boden die Weltmeisterschaften in den beiden Klassen Ten Rater und Marblehead statt. Hierfür hatten sich 120 Teilnehmer aus 16 Nationen angemeldet.

Einen großen Triumpf feierte der Brite Brad Gibson, der in beiden Kategorien den Weltmeistertitel für sich erringen konnte. Begonnen wurde bei den Wettfahrten der Weltmeisterschaften mit der Ten Rater-Klasse, drei Tage wurde hier gesegelt. Diese Segler haben eine Rumpf-länge von 1,8 Metern, eine Masthöhe von 2,4 Metern, ein Gewicht von sechs Kilogramm und eine Segelfläche von 1,1 Quadratmetern. Bereits hier setzte sich Brad Gibson vor dem Franzosen Christoph Boisnault und dem Italiener Matteo Longhi durch.

Leichte Brise am ersten Tag

Auch bei der Weltmeisterschaft in der Marblehead-Klasse startete er. Diese ferngesteuerten Boote sind etwas kleiner: Rumpflänge 1,3 Meter, Masthöhe zwei Meter, Gewicht fünf Kilogramm und Segelfläche 0,5 Quadratmeter. In beiden Kategorien kontrollieren die Teilnehmer ihre Boote von Land aus, steuern diese mit Sichtkontakt vom Ufer aus mit Hilfe von Fernsteuerungen und laufen hier auch entsprechend mit den fahrenden Booten an der Seite mit. Die Marblehead-Weltmeisterschaften begannen am ersten Tag mit einer leichten Brise, so dass gleich drei Durchgänge, also 15 Wettfahrten, durchgeführt werden konnten. Am Ende des Tages und vor dem „International Dinner“, bei dem alle Segler Spezialitäten aus ihren Ländern präsentieren, führte Christoph Boisnault vor Brad Gibson und Ellio Cavallio.

Auch am folgenden Tag meinte es der Wind gut, so dass sogar vier Durchgänge ausgesegelt wurden. Nach nun sieben vollständigen Durchgängen lag Christoph Boisnault weiterhin vor Brad Gibson. Am dritten Tag dauerte es dagegen lange, bis eine stete Brise aus Ost aufkommen wollte. Dann wurden noch zwei ganze Durchgänge ausgesegelt und der dritte Durchgang angefangen. Nach nun neun Durchgängen lagen Christoph Boisnault und Brad Gibson nahezu gleichauf und hatten sich mit dem Drittplatzierten Peter Stollery bereits um über zehn Punkte vom Rest des Feldes abgesetzt. Am nächsten Stand trafen sich bei reichlich Flaute auf dem See die Teilnehmer zum „Meeting der International Marblehead Klasse“ mit allen anwesenden 76 Seglern. Dabei wurden neben der Entwicklung der Klasse auch die Bewerbungen für die Weltmeisterschaft 2020 in England oder Italien besprochen. Am letzten Tag der WM begrüßte der Riedsee die Teilnehmer noch einmal mit einer schönen Brise aus Süd, und so konnten die letzten Wettfahrten zügig begonnen werden. Brad Gibson war aber nicht mehr zu schlagen und gewann souverän die Durchgänge elf und zwölf. Somit ist auch in der Marbleheadklasse der alte und neue Weltmeister der Brite Brad Gibson vor dem Franzosen Christophe Boisnault und dem Briten Peter Stollery. Bester Deutscher wurde Valentin Fuchs auf Platz 20.

Beim Abschlussdinner erhielten Henning Faas und sein Organisationsteam noch minutenlang stehenden Beifall für die perfekte Organisation. Damit hat nach 30 Jahren erneut Deutschland Standards für die Durchführung einer Weltmeisterschaft gesetzt. str

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