Biblis

Generationenwechsel Drei neue Kerwemüdder lösen Silke Folz ab

Jugend führt Tradition fort

Archivartikel

Nordheim.Bei Sonnenschein und guter Stimmung wimmelte es am Sonntagnachmittag nur so vor Besuchern auf dem Festplatz der Nordheimer Kerwe. Groß und Klein aus dem Ort und aus der Umgebung waren gekommen, um gemeinsam den Kerwesonntag zu feiern. Pünktlich um 14 Uhr versammelten sich die Besucher vor dem Alten Rathaus und richteten die Blicke nach oben zu den Fenstern. Denn von dort aus hielten die drei „Kerwemüdder in Ausbildung“ die traditionelle Kerwerede in Dialekt.

„Hallo und guten Tag ihr Kerwebesucher“, begrüßte Emma Dornick die Gemeinde. Gemeinsam löste sie mit Kyra Gall und Josephine Kissel die langjährige Kerwermuddi Silke Folz ab. Die Jugend führt damit die Arbeit fort und meisterte die Rede mit Bravour. „Unsere Tradition darf nicht sterben“, betonte Josephine Kissel und bekam die Zustimmung der Besucher. Die Rede der drei Mädchen war gespickt mit Anekdoten aus Nordheim und zudem musikalisch unterlegt. Mit viel Witz erzählten die „Kerwemüdder in Ausbildung“ von kleinen oder größeren Pannen aus dem Ort, wie zum Beispiel dem Auto, das an der Hofeinfahrt hängengeblieben war.

Trio hat sich gefunden

Zwischendurch riefen sie dem Publikum immer wieder die Frage „Wem ist die Kerb?“ zu, woraufhin dieses im Chor mit „unser“ antwortete. Gemeinsam sangen alle das Lied „Die Nordemeer Kerb is do“, während die neuen Kerwemüdder zum Kerwekranz schritten. Dieser wurde mit einer Flasche Wein getauft, bevor er auf dem Kerweplatz aufgestellt wurde. Kyra Gall betonte: „Die Vereine haben sich wie jedes Jahr richtig viel Mühe gegeben“. Dass sie vor ihrer Rede ziemlich aufgeregt waren, gaben die Kerwemüdder nach ihrem Auftritt zu. Der Wunsch, die Tradition fortzuführen war jedoch so groß, dass sie die Verantwortung gerne auf sich nahmen. „Es hat sich lange keiner gemeldet. Aber ich dachte, das hier muss aufrecht erhalten werden. Also habe ich meine Freundinnen gefragt, ob sie mitmachen“, erzählte Kyra Gall. Für die Zukunft hätten die drei Mädchen gerne noch mehr Kerwemüdder an ihrer Seite. „Bisher hat sich sonst niemand gefunden, aber das kann sich ja noch entwickeln“, betonte Dornig weiter. Erst einmal will das Trio seine Aufgabe für drei Jahre übernehmen. „Dann ist unsere Ausbildung quasi beendet“, erklärte Kyra Gall. Wie es dann weitergehe, werde sich zeigen, für die nahe Zukunft sei die Nordheimer Tradition aber auf jeden Fall gesichert.

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