Biblis

Tradition Simone Geschwinds Rede kommt beim Vortrag durch Klaus Ruppert gut beim Publikum an

Kerwevadder bei der Premiere bejubelt

Archivartikel

Wattenheim.„Jetzt ist es endlich wieder soweit, es ist Kerwevadder-Redezeit“, war in Wattenheim am Sportheim der SG NoWa zu hören. Nachdem es im vergangenen Jahr keinen Kerwevadder gegeben hatte, konnte die SG NoWa nun Klaus Ruppert aus ihren Reihen in dieses würdige Amt berufen. „Ich wurde gefragt und habe spontan zugesagt“, verriet der neue Kerwevadder, der von den vier Kerweborsch Justin, Philipp, Austen und Marc bei seiner Premiere begleitet wurde. Die Rede mit Anekdoten aus dem Ort hatte ihm Simone Geschwind aufgeschrieben.

„2018 war ein schlimmes Jahr, kohn Kerwevadder und koh Red war da. Des konden mer net so uff uns sitze losse, drum wurd en Gowstrider engagiert, und der hot die Redd nun produziert“, war von Ruppert zu vernehmen. Dafür sei er auch extra aus „Gernsem runner gekumme“. Denn der neue Kerwevadder stammt gar nicht aus dem Ort, ist aber mit der SG verbunden. Denn er spielt Fußball und bei der Theatergruppe des Vereins, den Dollbohrern.

Die Kerwe in Wattenheim wird von der Freiwilligen Feuerwehr und der SG NoWa gestemmt, den Kerwemontag übernahm die SG diesmal komplett. Alle Akteure stammten aus dem Verein: der Vadder, die Borsch, die Redenschreiberin. Und auch der Kerwekranz wurde von den Vereinsmitgliedern Petra Höfig und Christel Bedford gebunden.

Daher fand die Verlesung der Kerwerede auch nicht wie sonst vor der Feuerwehr statt, sondern unter dem Vordach der Vereinsstätte, auf der höchsten Treppenstufe, statt auf einer Leiter. Der Kerwevadder verlas so manche lustige Geschichte, die Wattenheimer erlebt hatten. Einer wollte vom „Monemer Oktoberfescht zurück mit Bus und Bohn“, schlief ein und landete am Ende an der Endstation in Mosbach. Dort verbrachte der arme Tropf die Nacht im wärmeren Fahrstuhl und fuhr dann mit der ersten Bahn zurück. „Hühnerdiebe in Wattre, des kenne mer gut, doch dass des weiße Hühnebussje dezu gehert, des war nett klar“, reimte er weiter. Der Bus wurde dann „verdellert und halt net meer ganz“ später noch gefunden. Auch einige E-Bikes aus Wattenheim gelangten in Diebeshände. „Die alte Besitzer misse jetzt klage und drede wieder feste, wie in alte Zeite, in die Pedale“, hieß es hier.

Dank an die Helfer

Auch die Bürgermeisterwahl in Biblis war Thema. „Nur wer seine Stimme gibt an diesem Tach, kann sich a beschwere danach!“ Dem stimmte auch Bürgermeister Felix Kusicka zu. Zum Schluss machte der Kerwevadder nochmals klar: „Leid lost die Kerb im Ort net sterbe“, rief er und bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen, die sich für den Verein und die Kerb engagieren. Reichlich Jubel und Applaus, sogar Zugabe-Rufe gab es von den zahlreichen Besuchern für den Kerwevadder. Sie hatten es sich auf Biergarnituren unter dem Vordach bequem gemacht und genossen Rippchen, Haxen und Kraut. Später gab es noch Kaffee und Kuchen.

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