Biblis

Bibliser Ferienspiele Selbst gebastelte Zeitmaschine steht im Mittelpunkt

Kinder reisen in die Zukunft

Archivartikel

Biblis.„Ich bin 34 Jahre alt und arbeite als Assistentin auf einer Mondstation“, sagte Anouschka Ritzert, als sie aus der Zeitmaschine sprang und sich im silber glänzenden Astronautenanzug zeigte. Bei den Bibliser Ferienspielen haben die Kinder eine Zeitmaschine gebaut und sich damit in das Jahr 2034 versetzen lassen. Die Teilnehmer und die Betreuer verkleideten sich teilweise und erzählten bei einer Veranstaltung im Bürgerzentrum, wo sie sich in 15 Jahren sehen: Wo sie wohnen und was sie arbeiten werden.

Das Motto der einwöchigen Ganztagesbetreuung während der Sommerferien in Biblis lautete „Reise in das Jahr 2034“. Hierfür hatte die Gemeinde Biblis wieder die Sozialagentur Fortuna engagiert, die nicht nur für Bespaßung sorgte, sondern die Teilnehmer kindgerecht zum Nachdenken motivierte. Darüber, wie die Welt aussehen wird, wenn sie erwachsen sind. Die Jungen und Mädchen erkannten die Umweltsünden der heutigen Generation und hinterfragten, ob die technische und digitale Weiterentwicklung ein Segen oder Fluch für die Menschheit sein wird.

Die Kinder bastelten eine Zeitmaschine. Pappe wurde angemalt, Holz gesägt und blinkende Lichterketten an die Zeitmaschine befestigt. „Es ist ganz toll und mutig, dass alle mitgemacht haben“, freute sich Oliver Haberer, Leiter der Sozialagentur Fortuna. Die Zeitmaschine stand auf der Bühne des Bürgerzentrums, der Saal war abgedunkelt, die Lichterketten blinkten in bunten Farben. Ein Kind nach dem anderen ging nach oben, stellte sich neben die Zeitmaschine, sagte Namen und Alter und verschwand dann in der Zeitmaschine. Musik spielte, es fehlte nur noch mystischer Rauch, und schließlich kamen die Kinder auf der anderen Seite wieder heraus. Nun nannten sie ihr Alter im Jahr 2034 und erzählte von ihrer Lebensvision. Nadine arbeitet dann als Finanzbeamtin, Magnus sah sich als Fußballprofi bei der Eintracht und lebte dann natürlich auch vor Ort in Frankfurt.

„Ich werde Leiterin der Sozialagentur und wohne in Rosenheim in Bayern. Dann spiele ich auch bei er Serie Rosenheim Cops mit“, erklärte Viviane. „Es ist so dermaßen interessant, was sich die Kinder überlegt haben“, zeigte sich Haberer begeistert. Viele Kinder sahen ihre berufliche Zukunft im medizinischen Bereich, als Ärzte und Tierärzte. Ein Kind meinte, es möchte Arzt werden und eine Praxis dann in seinem Wohnort Wattenheim aufmachen. Andere wollten Fluglotse sein, um die Welt reisen, studieren oder bei den Großeltern leben. „Ich möchte als Programmierer arbeiten“, sagte Joschua.

Die Kinder hatten während der betreuten Ferienspielwoche ein eigenes Theaterstück mit Betreuerin Anouschka Ritzert einstudiert und führten es ihren Familienmitgliedern und Freunden vor. Die Reise in die Zukunft gab einen erschreckenden Einblick in eine Welt mit schlechter Luft, verunreinigten Wasser, Ressourcenausbeutung – zerstört durch Menschenhand. Wieder zurück in der Gegenwart erkennen sie, dass sie so nicht leben wollen und dass es in ihrer Hand liegt, eine bessere Zukunft zu gestalten.

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