Biblis

Performance Christiane Engelmann und Petra Emmerich zeigen ihre Werke in der Bibliser Reihe „Kunst im Rathaus“

Künstlerin arbeitet mit Schweißgerät am Rathaus

Archivartikel

Biblis.Bei der Ausstellungsserie Kunst im Rathaus war zum ersten Mal eine Doppelperfomance zu sehen. Die Künstlerinnen Christiane Engelmann (Kunstschweißen) und Petra Emmerich (Malen) ließen die Besucher am Entstehen ihrer Kunstwerke teilhaben. Vor dem Bibliser Rathaus machten sie sich an die Arbeit. Das Thema ihrer Perfomance lautete „Skyline“.

Das Bild von Petra Emmerich war schon fast fertig, genau wie die Skulptur von Christiane Engelmann. Emmerich arbeitete mit dem Spachtel, um die parallelen Linien für die Wolkenkratzer der Frankfurter Silhouette aufzutragen. Engelmann setzte mit dem Plasmaschweißer noch einige Nähte an ihre Skyline. Beide haben sich von der „blauen Ecke“ im Rathaus und dem Blau des Bibliser Logos inspirieren lassen. „Das Thema hier ist Meer“, erklärte Engelmann. Dort ist eine spätere Version der „Welle“ ausgestellt, mit der einst alles begann. Die beiden Frauen sind befreundet und stellten fest, dass sie viele gemeinsame Themen haben – auch in der Kunst. Beide haben unabhängig voneinander eine Welle geschaffen – Emmerich als gemaltes Bild, Engelmann als Metallskulptur.

„Wir haben festgestellt, dass sich die Werke gegenseitig stärken, zusammen harmonieren und viel besser wirken als alleine. Deshalb haben wir die ‚Symbiosen‘ erschaffen“, erzählte Emmerich. Die beiden nehmen sich ein Thema vor und bearbeiten es häufig, ohne dass die andere den Entstehungsprozess mitbekommt und bringen die Werke im Anschluss zusammen. Manchmal ist aber auch erst das Gemälde da und Engelmann lässt sich von ihm anregen, etwas in Metall in die dritte Dimension zu bringen. So zum Beispiel beim Thema Feuer. Das Gemälde zeigt Flammen in leuchtendem Rot auf gelbem Grund, so eine Art Ausbruch in Gelb, Orange und Rot. Die passende Skulptur dazu hat viele züngelnde Spitzen. Dazu hat Engelmann feuerfestes Glas aus der Werkstatt, die die Chagall-Fenster angefertigt hat, eingebaut, ebenfalls in Rot und Gelb.

Emmerich arbeitet noch mit anderen Materialien beispielsweise beim Hirsch in „Wildlife in the City“. Dabei ist die Silhouette des Tieres vor Häuserfluchten zu sehen. Echter Rost überzieht den Rücken des Hirsches. Engelmann hat dazu den „Kopfschmuck“ geschaffen: ein Geweih aus zwei Teilen, eines aus Metall das zweite aus Holz.

Die Objekte fertigt sie häufig aus Stahl und kombiniert sie mit anderen Materialen wie Mineralien oder Acrylkugeln. Sie schafft daraus Leuchtobjekte und ist inzwischen selbstständige Künstlerin. Für Emmerich ist die Malerei ein meditativer Ausgleich zu ihrer Arbeit im IT-Bereich. Sie malt mit Mischtechniken, arbeitet mal Draht, Leinenstücke, Kupfer oder grünen Tee ein.

Beide Frauen kommen aus dem Taunus, haben ihre Ateliers dort und verbringen viel Zeit in Spanien. Engelmann hat Elektroschweißen gelernt, mit Treppengeländern angefangen, aber das war ihr nicht genug. Sie wollte zwar brachial arbeiten, aber auch Gefühle zum Ausdruck bringen. Emmerich betont: „Für mich ist das Malen eine schöne Erdung.“ Sie findet ihre Motive manchmal nebenbei, beim Spaziergang mit dem Hund zum Beispiel. Da ist sie auf die Idee mit der Skyline von Frankfurt gekommen, die sie auf dem Weg im hellen Morgenlicht gesehen hat. Die Werke sind nun für rund sechs Wochen im Rathaus zu sehen. cid

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