Biblis

Bürgermeisterwahl „Scheib hat die Leute angesprochen“

Kusicka sieht eigene Defizite

Archivartikel

Biblis.An Tag zwei nach seiner krachenden Niederlage gegen Volker Scheib bei der Bürgermeisterwahl sprechen wir mit einem aufgeräumten und souveränen Felix Kusicka. Wie berichtet hatte dieser als Amtsinhaber knapp 30 Prozent der Stimmen erreicht, sein Herausforderer und Quereinsteiger knapp 60 Prozent. „Volker Scheib ist es gelungen, die Leute anzusprechen und zu emotionalisieren“, sagt Kusicka. Das sei ihm mit dem Thema Stadtumbau nicht gelungen. Und: „Das habe ich in der Kommunikation versäumt.“

Altparteien mit Nachholbedarf

Der parteilose Kusicka war mit Unterstützung der CDU ins Rennen gegangen. Wie vor sechs Jahren, als er sich in der Stichwahl gegen SPD-Mann Ewald Gleich durchgesetzt hatte. Aus den Sitzungen der Gemeindevertreter ist überdies nicht überliefert, dass Bürgermeister und CDU auf der einen sowie SPD auf der anderen Seite in der jüngsten Vergangenheit mit kontroversen Debatten über die besseren Ideen Aufmerksamkeit erzeugt hätten. Viele Bürger nahmen das als starres Abspulen der Routine wahr. Felix Kusicka auf unsere Frage, wie er diese Beobachtung einschätzt: „Das ist spürbar. Und es kommt offen gestanden nicht von ungefähr.“ CDU und SPD seien hier nicht auf der Höhe der Zeit und hätten Nachholbedarf.

Sehr zufrieden stimme ihn indes das Abschneiden des FLB-Kandidaten. AfD-Mann Ralph Bühler bekam 6,3 Prozent der Stimmen. „Von wegen ,braunes Dorf im Ried’“, sagt Kusicka. Dieses Ergebnis lege aber auch nahe, dass die Menschen weniger für Rechts stimmten, wenn sie eine Alternative zu den Altparteien hätten, so der Bürgermeister.

Bald Gespräch mit Scheib

Volker Scheib hatte dieser Zeitung gegenüber erklärt, er wolle sich schon ab Mitte Dezember in die laufenden Prozesse in der Stadtverwaltung sowie in der Kommunalpolitik einarbeiten. Er wolle für einen nahtlosen Übergang vorbereitet sein, wenn er am 1. April das Amt antritt. Die Entscheidung darüber überlasse er selbstredend aber dem derzeitigen Amtsinhaber und wolle diesen kommende Woche ansprechen. Felix Kusicka sagt in unserem Gespräch am Dienstag, er teile Scheibs Wunsch im Sinne einer reibungslosen Fortführung der Geschäfte. „Einer von uns beiden wird sich zuerst beim anderen melden.“

Über seine berufliche Zukunft habe er sich noch keine Gedanken gemacht, so Kusicka. Er wolle die Ereignisse erstmal gründlich sacken lassen, um sich dann mit seiner Frau in aller Ruhe über mögliche Optionen zu beraten.

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