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Wirtschaft Der Nordheimer Kurt Adam zieht seine Bullen im neu gebauten Stall groß / Mehr Platz, frische Luft und selbst angebautes Futter

Landwirt setzt auf modernste Technik

Nordheim.„Sie haben aber schöne Kühe.“ Das hört Landwirt Kurt Adam öfter. Und dann muss er immer schmunzeln. Denn es sind keine Kühe, die in seinen beiden Ställen in Nordheim stehen, sondern Bullen. Fleisch, statt Milch. Der Landwirt setzt auf moderne Stallführung und Technik, 2018 wurde der neue Stall fertig. Dieser bietet den Rindern mehr Quadratmeter pro Tier als gefordert. Ebenso baut Adam das Futter selbst an. Dabei kommt digitale Technik zum Einsatz, etwa GPS-gelenkte Schlepper. Das interessierte auch Landrat Christian Engelhardt, der dem Betrieb jetzt einen Besuch abstattete.

Im April 2018 konnten Kurt Adam und seine Frau Ute Krieger-Adam die Rinder in den neuen Stall umsiedeln. 112 Tiere finden in dem großen, überdachten Gebäude Platz. In einem weiteren Stall, an anderem Standort, sind die jüngeren Tiere untergebracht. Insgesamt versorgt Landwirt Adam 270 Rinder.

4,5 Quadratmeter pro Tier

„4,5 Quadratmeter pro Tier stehen hier zur Verfügung“, berichtet Adam. Damit liegt der Landwirt über den festgelegten, geforderten Quadratmetern pro Tier. Die Tiere stehen auf Spaltenboden, der hintere Teil ist mit einer Gummifläche bedeckt und zum Liegen gedacht. „Klar, viele würde es lieber sehen, die Tiere lägen auf Stroh, aber das ist für uns vom Arbeitsaufwand nicht zu bewältigen“, erklärte Adam. Wobei die Kälber noch auf Stroh untergebracht sind, die größeren Tiere dann nicht mehr.

Der obere Bereich der Außenwände ist offen, so dass die Tiere genügend Luft und Licht abbekommen. Je nach Witterung und Jahreszeit gehen an den großen offenen Bereich Jalousien hoch und runter, auch das wird automatisch geregelt. Die Tränken für die Tiere sind beheizbar, damit sie im Winter nicht zufrieren. Der neue Stall ist zudem unterkellert, dort befindet sich die Gülletechnik.

Gefördert wurde der Neubau des Bullenmaststalls und des Fahrsilos mit europäischen, Bundes- sowie hessischen Fördermittel. Das Futter für seine Tiere baut Adam selbst an und setzt dabei auf GPS-Unterstützung. So ist sein Schlepper mit reichlich Technik ausgestattet. Präzises Fahren erhöht die Arbeitsqualität und entlastet den Fahrer auch in Sachen Stress.

GPS-Signal steuert Schlepper

Das Signal der GPS-Satelliten, ein entsprechender Empfänger befindet sich im Schlepper, sorgt dafür, dass die aktuelle Position des Fahrzeuges erkannt und dementsprechend die Fahrspur des Traktors bestimmt wird. Große Abweichungen gibt es da keine, der Schlepper bleibt mit seinen Gerätschaften in der Spur.

Die Tiere von Landwirt Kurt Adam, größtenteils Fleckvieh, stammen aus dem Odenwald, vorwiegend aus Mutterkuhbetrieben. Gut ein Jahr lang bleiben die Tiere auf dem Hof, dann werden sie geschlachtet. Dies geschieht wieder im Odenwald, in Brensbach. Problematisch sieht Adam die Entwicklung, dass immer mehr Schlachthöfe in der Region zugemacht haben. Sein Rindfleisch kommt vor allem zu regionalen Metzgern und Restaurants.

Regionales bevorzugt

Seine Abnehmer werben gerne mit Landwirt Adam, denn deren Kunden bekommen hier ein Gesicht zu dem Betrieb zu sehen, und sie erhalten Fleisch aus der Region. „Dies ist ein wichtiger Aspekt. Nachhaltige Landwirtschaft, mit selbst angebautem Futter und Fleisch, das größtenteils in der Region bleibt“, fasst Landrat Christian Engelhardt zusammen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Tieren, positives ökologisches Handeln sowie unternehmerisches Wagnis zur Weiterentwicklung des Betriebes kämen hier zusammen, so der Landrat weiter.

Jedes Jahr schaut sich Engelhardt landwirtschaftliche Betriebe in der Region an und informiert sich vor Ort über die Arbeiten und Belange der Landwirte.

Die Fachleiter der Abteilung Landwirtschaft im Kreis Bergstraße, Corinna Simeth und Walter Hübner, rechneten aus, dass Landwirt Adam mit seinem Betrieb im Jahr 11 000 Personen mit Rindfleisch versorgt. „Neben dem innovativen Einsatz von modernen landwirtschaftlichen Ställen und Gerätschaften bildet der Betrieb zudem Landwirte aus“ – auch darüber gab es Lob vom Landrat.

Christian Engelhard war zudem davon angetan, dass Adams Tochter Hannah Agrarwissenschaften studiert. Damit wachse eine neue Generation für die regionale Landwirtschaft heran.

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