Biblis

Hochwasserschutz Deichsanierung bei Nordheim soll bis September geschafft sein / Radfernweg „R 6“ weiterhin gesperrt

Letzter Bauabschnitt vor dem Ziel

Biblis.Die Sanierung der Weschnitzdeiche bei Biblis ist auf der Zielgeraden angekommen. Die Arbeiten für den vierten und letzten Bauabschnitt bei Nordheim laufen seit vergangenem Sommer. Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Darmstadt (RP) sollen sie noch bis Ende August oder Anfang September andauern. Die Investitionen des zuständigen Landes Hessen für diesen Abschnitt betragen rund 6 Millionen Euro.

Der Rheinhauptdeich schließt sich an den Weschnitzdeich an. Der alte Deichverteidigungsweg entlang des Rheinhauptdeiches wurde als Baustellenzufahrt genutzt und auf einer Länge von rund 2,3 Kilometern ertüchtigt. Er wurde saniert und zusätzlich angehoben. Diese Anhebung der Böschung am Deichfuß ist eine so genannte Berme. Sie erhöht im Hochwasserfall die Standsicherheit des Deiches und dient gleichzeitig als Fahrweg.

Wie das RP weiter berichtet, wurden die Weschnitzdeiche an beiden Ufern im Laufe der vergangenen Jahre für einen Abfluss von 6000 Kubikmeter pro Sekunde – bezogen auf den Pegel Worms – ausgebaut. Dies entspreche einem Schutzgrad gegen ein etwa 130-jährliches Hochwasser. Wenn die gemäß der Ländervereinbarung zwischen Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vorgesehenen Rückhaltemaßnahmen vollständig realisiert seien, werde der Schutzgrad etwa einem 200-jährlichen Hochwasser entsprechen. Dieses Ziel gelte für das gesamte Ausbauprogramm, das die Deiche am Rhein in Hessen umfasse.

Gleich hohe Deichkronen

Die Länder Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten mit dieser Vereinbarung Festlegungen getroffen, um Rückhaltemaßnahmen des Hochwassers am Oberrhein zu regeln. Die Ländervereinbarung gebe die maximal zulässige Höhe der rechtsrheinischen und linksrheinischen Deiche vor. Die Deichkronen müssen also rechts und links des Oberrheins gleich hoch sein, damit kein Land benachteiligt wird.

Auch wenn der Deichverteidigungsweg bei Nordheim bereits vollständig asphaltiert wurde und sich daraus der Eindruck ergibt, dass die Bauarbeiten beendet sind, ist dies nicht der Fall. Dies betont das RP auf Nachfrage unserer Zeitung. Denn am Ende der Baustrecke im Steinerwald sei die Arbeit noch in vollem Gang. Laut Behörde wird das Durchlassbauwerk „Schließe Augieß“ momentan betoniert. Die umliegenden Wegeanschlüsse sollen anschließend fertiggestellt werden.

Während der gesamten Dauer der Bauarbeiten ist das Baufeld sowie der Radfernweg „R 6“ zwischen dem Fährhaus und der „Schließe Augieß“ voll gesperrt. Die Umleitung des Radwegs beginnt bereits nördlich des Kernkraftwerks Biblis sowie im Süden auf der Höhe von Nordheim.

„Aufgrund der Bauarbeiten und des Baustellenverkehrs kann der neue Deichverteidigungsweg für den Rad- und Fußgängerverkehr noch nicht frei geben werden“, erklärt das RP weiter und bittet um Verständnis und weiterhin um Beachtung des Durchfahrverbots. Die Radwegeumleitung sei gut ausgeschildert und unter rp-darmstadt.hessen.de abrufbar. Die Sperrung sei auch im „Hessischen Radroutenplaner“ gemeldet: https://radroutenplaner.hessen.de/map.

Während die Deichsanierung bei Nordheim kurz vor dem Ziel ist, nimmt die Ertüchtigung der kommunalen Rheinflügeldeiche zwischen Biblis und Einhausen an Fahrt auf. Bisher fehlt noch der Lückenschluss von Biblis aus in Richtung Einhausen, den der Gewässerverband Bergstraße zusammen mit dem RP nun angeht. Auch in diesem Bereich schützen die Deiche das Hinterland nicht nur vor Hochwasser der Weschnitz, sondern auch vor dem Rheinhochwasser. Denn bei Nordheim fließt die Weschnitz in den Rhein.

Da es sich im Bereich zwischen Biblis und Einhausen um kommunale Deiche handelt, ist der Gewässerverband Bergstraße zuständig. Der Verband hat das Regierungspräsidium Darmstadt mit dem Projektmanagement beauftragt. Die Kosten für die zwölf Kilometer Deich übernehmen das Land und der Gewässerverband Bergstraße. Dessen Geschäftsführer Ulrich Androsch rechnet damit, die Planungen bis Jahresende abzuschließen und 2020 eine Genehmigung zu erhalten.

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