Biblis

Kriminalität ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ greift rätselhaften Raubüberfall auf Bibliser Ehepaar an Silvester 2016 auf

Mehr als 20 Hinweise gehen bei der Polizei ein

Archivartikel

Biblis.„Über 20 Hinweise sind eingegangen: bei der Kriminalpolizei in Heppenheim, im Studio in München und bei anderen Polizeidienststellen“, sagt Sprecherin Christiane Kobus von der Polizei. Am Mittwochabend war der Raubüberfall auf ein Bibliser Ehepaar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ zu sehen.

Laut Kobus beziehen sich die meisten Angaben auf das Phantombild von einem der beiden Täter, zudem scheinen einige Personen das gestohlene Goldbesteck erkannt zu haben. Bereits gegen Ende der Live-Sendung teilte Moderator Rudi Cerne mit, dass eine E-Mail aus München eingegangen sei mit dem Hinweis, einem Zuschauer sei solches Besteck zum Kauf angeboten worden. „Es gab auch Hinweise von Menschen, die etwas Ähnliches schildern“, erklärt Kobus. „Ob etwas Gehaltvolles dabei ist, können wir erst nach Ostern sagen, wenn den Hinweisen nachgegangen wurde.“

In einem berührenden Filmbeitrag haben Schauspieler die bedrohliche Situation nachgestellt, die der damals 79-jährige Mann und seine 75-jährige Ehefrau am Silvestertag 2016 erleben mussten. Hans und Elke Faber, so werden sie genannt, wohnen im Erdgeschoss ihres Hauses in der Lindenstraße im Norden von Biblis. Sowohl die Souterrainwohnung darunter als auch die Wohnung im ersten Stock haben sie vermietet.

„Wo ist das Gold und euer Geld?“

Dass sie sich über den Lärm der fünfköpfigen Familie über ihnen ärgern, ist zu sehen. Doch den Jahreswechsel feiert diese bei Verwandten. Also wird es zunächst ruhig im Haus, bis ein seltsames Geräusch das Ehepaar gegen 18 Uhr hellhörig werden lässt. Die Frau geht im Treppenhaus nachschauen, entdeckt aber nichts. Als sie zum zweiten Mal etwas hören und die Tür öffnen, stehen zwei fremde Männer mit einem Brecheisen vor ihnen und drängen in die Wohnung. „Haltet die Fresse“, sagt der eine. „Wo ist das Gold und euer Geld?“ Von 30 000 Euro spricht der Täter immer wieder. „Wir werden alles auseinander nehmen, bis wir es gefunden haben.“

Auffällig ist laut Polizei, dass nur der eine Mann spricht, während der zweite Schränke durchwühlt. Mehr als ein paar hundert Euro aus den Geldbeuteln finden sie jedoch nicht. Deshalb verweist Elke Faber auf das Goldbesteck in der Kommode – in der Hoffnung, dass sie sich damit zufrieden geben. „Aber ihr seid doch total reich!“, schimpft der Kriminelle wieder. Woher er das wisse? Vom Mieter unter ihnen, deutet er mit einer Handbewegung an.

„Ich habe Kinder – Zwillinge – und brauche Geld, um ihnen was zu essen zu kaufen“, erklärt der Mann dem verängstigten Ehepaar. Er nimmt der Frau die Ringe an ihrer Hand ab. Daraufhin bietet Hans Faber ihm an, am Montag auf der Bank 5000 Euro abzuheben. Darauf geben sie sich schließlich die Hand, und die Kriminellen verschwinden – nach über einer Stunde. Das Ehepaar bleibt zunächst wie erstarrt auf dem Sofa sitzen. „So viel Angst hatte ich noch nie in meinem Leben“, sagt die Frau im Film, während er erklärt: „Das mit den 5000 Euro war eine Schnapsidee, damit wir irgendwie heil aus der Sache herauskommen.“

Die Mieter beteuern im Gespräch mit der Polizei, nichts damit zu tun zu haben, was die Beamten ihnen auch glauben. Offen bleibt, wie die Täter ins Haus gelangt sind. Einbruchsspuren können sie nicht erkennen, teilt die Heppenheimer Kriminaloberkommissarin Cindy Graf in der Sendung mit. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen ins Leere. Bis heute ist der Überfall ein einziges Rätsel“, heißt es in der Sendung weiter. „Es bleiben viele Ungereimtheiten in dem Fall“, meint Rudi Cerne.

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