Biblis

Kunst im Rathaus Petra Ditter stellt bis 25. Oktober aus

Mit offenen Augen durch die Welt gehen

Biblis.Im Bibliser Rathaus sind bis 25. Oktober die Werke von Petra Ditter zu sehen. Sie ist Mitglied im Künstlerverein Bürstadt und hat ihr Atelier im nordbadischen Brühl. Ihre Inspiration holt sie sich aus dem, was sie um sich herum sieht. "Man muss mit offenen Augen durch die Landschaft gehen und das Gesehene dann auf der Leinwand umsetzen", erklärte die Künstlerin bei der Vernissage.

Die Anregung für die Damen mit den kräftigen roten Lippen hat sie sich in Singapur bei einer Lichtwerbung für Lippenstift geholt. Daraus ist eine Serie entstanden. Zuerst waren es die roten Lippen, ebenfalls im Foyer rechts ausgestellt. Dann kamen die Frauenfiguren (im Foyer links), mal nackt, mal bekleidet. Teilweise hat sie die Bilder mit neckischen Elementen versehen, wie die aufgeklebten falschen Wimpern, die das Bild dreidimensional machen.

Bei einem Bild hat sie magnetische Zensurelemente angefertigt, die der Betrachter fast auf dem ganzen Werk verschieben kann: zwei kleine tomatenförmige Kegelchen und ein breites rotes Rechteck. "Besonders die Männer spielen gerne damit", sagte Petra Ditter lachend. Es sei ein fortlaufender Prozess, eine Entwicklung, bei der anfangs noch gar nicht klar gewesen sei, wohin sie führe. Neben den Leinwandbildern fertigt sie zusätzlich Taschen mit Wechselbezug, Kissen, T-Shirts und Schals mit den gleichen Motiven.

Darüber hinaus macht sie Auftragsarbeiten für Wohnräume und das, seit sie 15 Jahre alt ist. Sie schaut sich zuerst die Räume an und spricht dann mit den Eigentümern, um das ganze gemeinsam abzustimmen. "Sie sollen ja am Ende Freude an dem Kunstwerk haben", betonte Petra Ditter. Es sei ein stetiger Prozess, in dem sie sich befinde. Deshalb lasse sie sich ungern in eine Schublade stecken, weil ihre Kunst sehr vielfältig und weder auf Materialien noch Formen festgelegt sei. "Dadurch drücke ich meine Kreativität aus", erläuterte sie.

Wenn Besucher weiter durch die Etagen im Rathaus wandern, sehen sie im ersten Stock eine andere Seite. Dort sind die "Sail-Faces" ausgestellt - Gesichter, die sich aus Segelbooten zusammensetzen. "Hier war die Grundlage eine Regatta am Chiemsee. Ich hatte alles von oben beobachtet und festgestellt, dass die Formen wie ein Gesicht aussehen", schilderte Petra Ditter. Das Ganze gibt es noch im wesentlich kleineren Format als kräftiges Aquarell.

Lichtobjekte aus Acrylglas

Hinzu kommen Werke und Lichtobjekte aus Acrylglas. Zufällig hatte Ditter festgestellt, dass sich das Material unter Hitze verformt. So sind neben den Lampen auch flächige Bilder entstanden, die auf mindestens zwei Acrylglasplatten übereinander bestehen, wovon eine verformt ist. Durch die Bemalung entsteht wieder ein dreidimensionaler Effekt.

Im zweiten Obergeschoss sind an langen Kleiderbügeln befestigte Werke zu sehen, die eine abstrakte Darstellung von Bambus zeigen. "Sie sind gespachtelt, wie viele meiner Bilder", betonte Petra Ditter. Es gibt noch weitere abstrakte Arbeiten, teils sind sie in Schwarz, Weiß und Rot gehalten, um das Motiv zu reduzieren. cid

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel