Biblis

Vogel- und Naturschutzverein Biblis Jugendgruppe kümmert sich vorbildlich um die Amphibien

Naturstrolche retten Kröten

Archivartikel

Biblis.Der Auftrag für die Naturstrolche war klar: Amphibien einsammeln in Langwaden. Denn die Temperaturen steigen in der Nacht mitunter auf über sieben bis acht Grad. Bei feuchter Witterung bedeutet das, dass sich die heimischen Amphibien auf den Weg zu den Laichgewässern aufmachen. „Da sie dabei auch Landstraßen überqueren müssen, ist die Zahl der überfahrenen Tiere hoch“, sagte Markus Wolter vom Vogel- und Naturschutzverein Biblis.

Um die Tiere in dieser Zeit zu schützen, betreut der Verein für Vogel- und Naturschutz Biblis inzwischen seit über 30 Jahren den Krötenzaun in Langwaden. Natürlich werden auch die Kinder und Jugendlichen aus der „Naturstrolche“-Gruppe eingebunden und erleben dort Tierschutz hautnah.

So ging es mit der Jugendgruppe nach Langwaden zum Retten der Amphibien. Doch nicht nur das Einsammeln stand auf dem Plan. „Vor dem Aussetzen der Tiere in das vor rund 20 Jahren gegründete Ersatzgewässer wurden die Tiere auf Art und Geschlecht bestimmt und gezählt“, erläuterte Markus Wolter.

Neben Erdkröten waren in den Eimern der Teilnehmer auch Knoblauchkröten, Springfrösche und ein Grünfrosch zu finden. „Wie schon in den vergangenen Jahren, mussten wir auch dieses Mal wieder darauf achten, dass wirklich alle Tiere im Ersatzlaichgewässer landeten und nicht zufällig in Biblis aus irgendeinem Jackenärmel krochen“, schmunzelte Wolter. Die Kinder seien fasziniert von den Tieren gewesen und hätten ihnen am liebsten im eigenen Garten ein neues Zuhause gegeben.

Sensibilisiert für Artenschutz

„Die Jugendlichen waren sehr interessiert, waren mit Eifer bei der Sache und hatten offensichtlich viel Spaß bei der Aktion“, freute sich Wolter und erklärte, dass das Verbringen der Tiere seit Jahren zu einem Ersatzlaichgewässer in direkter Nähe sich als sehr erfolgreich erwiesen habe, so dass nur noch wenige Amphibien den Weg über die Landstraße suchen würden. „Auch, wenn der Krötenzaun seinen Zweck erfüllt hat und nur noch relativ wenige Amphibien gegenüber der Anfangszeit gesammelt werden, möchten wir den Zaun gerne weiterhin am Leben halten“, betonte Markus Wolter.

So habe man etwa auch die Möglichkeit, diversen Schulklassen und Kindergartengruppen etwas über die Lebensweise der Amphibien zu erzählen. Hintergrund sei, dass die Kinder frühzeitig für das Thema Artenschutz und Artenvielfalt sensibilisiert werden sollen, da leider einige Amphibienarten, wie etwa die Knoblauchkröte, immer seltener werden und vom Aussterben bedroht sind. „Denn nur wer etwas kennt und liebgewonnen hat, ist auch bereit, sich dafür einzusetzen und das Liebgewonnene zu schützen“, so Wolter.

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