Biblis

Geselligkeit Runde an Vatertag führt Männer durch verschiedene Bibliser Lokale

Nur eine kleine Tour möglich

Biblis.In Zeiten von Corona ist alles anders als gewohnt – auch der Vatertag. Viel los war gestern allerdings auch in Biblis und Umgebung: Kleine Grüppchen oder Familien sind mit dem Fahrrad losgezogen. Mit viel Abstand hat sich etwa eine Männergruppe in „Bellas Garten“ gesetzt. „Sogar unsere Fahrräder stehen weit auseinander“, witzelt Daniel Nathmann.

Wetter und Stimmung sind gut, auch wenn alle bedauern, dass die Vereine nichts machen dürfen. „Wir haben immer eine große Tour von Verein zu Verein gemacht, um die zu unterstützen“, erklärt Dirk Weiland. Die Fußballer beim Grillen oder die Angler beim Zanderessen. Das geht in diesem Jahr nicht, die Tour fällt sehr viel kleiner aus als sonst – und führt die jungen Männer zu geöffneten Lokalen.

Später wollen sie weiter in Richtung Rhein, auch das Strandbistro am Freizeitsee steht auf dem Plan. Wirtin Izabela Grotjan hofft, dass noch viele Familien zu ihr kommen. Weniger Sitzplätze als sonst hat sie nicht im Biergarten. „Wir konnten die Tische weiter auseinanderstellen, aber die Anzahl ist gleich geblieben.“ Grotjan weiß von anderen Wirten, dass sie viel weniger Plätze anbieten können. Grundsätzlich ist sie erleichtert, wieder öffnen zu können. Denn ihr Lieferservice habe sich in den vergangenen Wochen nicht wirklich gelohnt. „Die Leute haben eher bei den Restaurants bestellt, die seit jeher einen Lieferservice haben“, meint sie. Beim Solidarischen Kochen des Vereins „Biblis ist bunt“ engagiert sie sich weiterhin. Dabei bekommen engagierte Helfer und Menschen der Risikogruppen kostenlose Mahlzeiten.

Erster Tag im Strandbistro

Beim Strandbistro herrscht schon eine halbe Stunde nach der Öffnung Hektik hinter der Theke. Die ersten Bestellungen von Getränken und Speisen gehen ein. Wirtin Jenny Demel steht mit Mundschutz hinter der Glasscheibe, auch ihre Gäste kommen mit Maske zum Bestellen. „Es ist der erste Tag, an dem wir wieder auf haben. Bisher war geschlossen, denn eigentlich lebt das Bistro vom Badebetrieb des Freizeitsees – und der darf bisher nicht öffnen“, seufzt sie. Aber das Bistro ab sofort wieder.

Neben anderen hat auch hier eine Gruppe Männer Platz genommen. „Normalerweise verbringen wir den Vatertag und das anschließende lange Wochenende in einer Stadt, die wir uns aussuchen. Dieses Mal wäre Regensburg dran gewesen“, berichtet Frank von Dungen. In manchen Jahren sind die fünf Männer auch früher schon hiergeblieben und haben eine große Radtour durchs Ried gemacht: von der Waldesruh in Lampertheim über Stationen in Bürstadt, Bobstadt und Biblis. „Wir halten uns an die Regeln und genießen den Tag. Was anderes bleibt uns nicht übrig“, erklärt er. Sie wollen auch noch weiter in „Bellas Garten“.

Im Restaurant „Flic-Flac“ bei der Jahnturnhalle gibt’s ebenfalls keine Probleme mit den Sitzplätzen. „Wir können nach innen und oben ausweichen. Die Tische auf der Terrasse dürfen aus Abstandsgründen leider nicht alle genutzt werden“, erzählt Wirt Engin Biber. Er hat einige Reservierungen angenommen und öffnet am Vatertag ausnahmsweise durchgehend. Sonst legt er an Sonn- und Feiertagen eine Pause zwischen dem Mittags- und Abendbetrieb ein. Zu seinen Gästen zählen drei Besucher aus Dossenheim, die Familie Biber vor zwei Jahren im Ägypten-Urlaub kennengelernt hat. „Normalweise kommen wir an Ostern, aber das ging ja dieses Mal nicht. Deshalb sind wir heute da“, erklärt Peter Schuhmann. „Die Gäste halten sich insgesamt noch zurück mit dem Restaurantbesuch. Ich kann das verstehen“, sagt Engin Biber. „Aber es tut gut, mal rauszukommen. Das hab’ ich mit meiner Familie letzte Woche auch gemacht. Wir waren in Worms und haben in einem Lokal am Rhein gut gegessen.“

Beim „Solidarischen Kochen“ beteiligt sich das Flic-Flac nicht mehr; an Muttertag hat Biber noch 160 Essen zubereitet. „Wir waren acht Mal dabei und entscheiden mit dem Verein, was wir mit den Spenden machen, die zusammengekommen sind“, erzählt Anna Biber erfreut.

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