Biblis

Kommunalpolitik II RWE-Tochter will in Biblis Rotorblätter lagern

Pilotprojekt geplant

Archivartikel

Biblis.Was lässt sich aus veralteten Rotorblättern von Windrädern machen? Die RWE-Tochter Ingenius will für dieses Pilotprojekt das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks nutzen und hat das Vorhaben beim Bau-, Gewerbe-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss vorgestellt. Dafür sollen die Rotorblätter auf dem Parkplatz vor dem Kraftwerk gelagert und gegebenenfalls auf dem Gelände zerlegt und dann weitertransportiert werden.

Kraftwerksleiter Horst Kemmeter kam mit zwei Kollegen von Ingenius zum Ausschuss, um das Projekt näher vorzustellen. Mathias Reinemann, der für Business Development und New Technologies arbeitet, erklärte, dass sie der guten Anbindung wegen auf Biblis gekommen seien. Geplant sei, die Rotorblätter mit dem Schiff über den Rhein anzuliefern und sie mit einem Baukran auf dem Parkplatz außerhalb des Geländes abzulegen.

Von 50 Arbeitsplätzen die Rede

„Es geht konkret um alte Windanlagen, die mehr als 20 Jahre gelaufen sind. Die müssen nämlich rückgebaut werden. Die Rotorblätter von einst sind relativ klein“, berichtete Reinemann. Ab 30 Meter lang waren diese damals, inzwischen messe ein Rotorblatt zwischen 70 und 80 Meter und wiege rund 25 Tonnen. Allerdings bestehen sie aus hochwertigen Rohstoffen, einfach nur zerkleinern und verbrennen sei nicht die beste Lösung. Viel besser sei es, sie dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen.

Zu diesem Zweck forscht Ingenius zusammen mit der TU München, der Universität St. Gallen und einer amerikanisch-irischen Initiative zum Rotorblatt-Recycling. Sie wollen Nutzungsideen für gebrauchte Rotorblätter entwickeln sowie technisch und wirtschaftlich prüfen. Ob dies praktisch umsetzbar ist, soll das Pilotprojekt klären. Am Standort Biblis könnten dadurch rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Josef Fiedler warf ein, wenn es nicht so funktioniere wie gedacht, müssten die Rotorblätter wieder abtransportiert werden. Hans-Peter Fischer von der Freien Liste Biblis fragte an, wo der Sitz der neuen Firma sei und ob Biblis mit Gewerbesteuer rechnen könne. Reinemann konnte das noch nicht beantworten. Der Ausschuss entschied sich einstimmig dafür. Die ersten Rotorblätter sind bereits auf dem Papier angekauft. Spätestens 2019 will Ingenius das Projekt angehen. cid

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