Biblis

Bürgermeisterwahl Sieger Volker Scheib erhält viele Gratulationen / CDU-Chefin hat Ergebnis noch nicht verdaut

Pläne schmieden fürs neue Amt

Archivartikel

Biblis.Am Tag nach seinem Wahlsieg hat Volker Scheib in seiner Schmiede den Hammer zur Seite gelegt, um Hände schütteln zu können. Den Montag über kamen immer wieder Besucher zum Gratulieren in die Kirchstraße. „Der erste Anruf kam um 6.30 Uhr“, erzählt der künftige Bibliser Bürgermeister und lacht. Scheibs Mailpostfach war da schon gut gefüllt und er längst wach – trotz der langen Wahlparty am Sonntagabend. „Die Letzten sind so gegen 2 Uhr morgens gegangen.“ Es war also eine kurze, aber nach eigenem Bekunden gute Nachtruhe für Volker Scheib, der am Sonntag im ersten Wahlgang seine drei Mitbewerber hinter sich gelassen hatte.

Als sich sein Wahlsieg am Sonntagabend abzeichnete, feierte Scheib zuhause eine Dankeschön-Party mit seinen Unterstützern. „Und dann haben die Leute gesagt, ich müsste jetzt mal ins Bürgerzentrum.“ Denn dort lief aus den Wahllokalen ein Ergebnis nach dem anderen ein. Von Anfang an war Scheibs Vorsprung zum Amtsinhaber Felix Kusicka riesig. FLB-Kandidat Ralph Bühler (AfD) und SPD-Kandidat Ewald Gleich landeten weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Gestärkt für den Anfang

Scheib schaffte es rechtzeitig ins Bürgerzentrum und erlebte dort, wie die Briefwähler, deren Stimmen zuletzt ausgezählt wurden, seinen Sieg zementierten: mehr als 59 Prozent Zustimmung und eine Wahlbeteiligung von 62 Prozent. Vor sechs Jahren, als Felix Kusicka (parteilos, von der CDU unterstützt) die Stichwahl gegen Ewald Gleich mit 60,9 Prozent gewann, lag die Wahlbeteiligung bei 47 Prozent. Jetzt kam Kusicka auf 29,9 Prozent.

Am 1. April wird Volker Scheib sein Amt als Rathauschef antreten. „Das klare Ergebnis bei der Wahl zeigt, dass ich viel Rückhalt habe. Und das stärkt mich. Das ist ein guter Anfang.“ Nun will er mit Kusicka telefonieren, um mit ihm über die Einarbeitung zu sprechen. Doch überstürzen will er das nicht. „Er muss erst mal zu sich kommen, diese Zeit bräuchte ich auch“, sagt Scheib. Sein Ziel ist ein glatter Übergang, damit keine Projekte auf der Strecke bleiben. „Die Schmiede wird ruhen, das habe ich angekündigt.“ Er habe schon mit Kollegen gesprochen, die seine Kunden übernehmen könnten. „Jetzt werden Pläne geschmiedet“, fügt Scheib an. Ganz soll das Feuer in der Schmiede allerdings nicht ausgehen – zumindest nicht in der Freizeit. Vielleicht nehme er die Verwaltungsmitarbeiter mal zu einem Workshop mit in die Schmiede, um die Teamarbeit zu stärken.

Während bei Scheib Feierstimmung herrscht, sitzt bei der CDU der Schock über Kusickas Abwahl tief. „Das Ergebnis habe ich noch nicht verdaut, das wird ein paar Tage dauern“, sagt Vorsitzende Johanna Iovine. „Wir müssen die Ursachen für die Wahlschlappe analysieren. Wir respektieren die Entscheidung der Bürger und versuchen, das Beste daraus zu machen, damit es keinen Stillstand in Biblis gibt.“ SPD-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Ewald Gleich hatte bereits am Wahlabend gesagt, dass er enttäuscht sei, weniger Stimmen als Ralph Bühler bekommen zu haben.

„Die Bibliser wollten etwas Neues“, kommentiert Beigeordnete Monika Pfeiffer-Hartmann (SPD) den Wahlausgang. „Ich kann nicht sagen, warum die SPD diesmal so schlecht abgeschnitten hat“, sagt sie mit Blick auf die erreichten 4,6 Prozent. „Ewald Gleich hat einen offenen Wahlkampf geführt und war viel unterwegs bei den Leuten.“ Die SPD könne sich in Biblis nicht genug von der CDU abgrenzen.

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