Biblis

Geschichte Reformationsbuch erinnert an Peter Fabri

Prior aus Biblis bleibt standhaft

Nordheim.Der Nordheimer Verein für Heimatgeschichte freut sich über ein historisches Dokument, das eine ganz besondere Geschichte um einen Bibliser preisgibt: Peter Fabri hatte sich als Prior des Karmeliterklosters in Hirschhorn erfolgreich einem einflussreichen Adelsgeschlecht und der Reformation widersetzt.

Der Nordheimer Pfarrer Arne Polzer hatte dem Verein das 628 Seiten starke Werk aus seinem Familienbesitz geschenkt. Das Reformationsbuch der evangelischen Pfarreien im Großherzogtum Hessen aus dem Jahr 1917 hat Pfarrer Dr. Wilhelm Diehl, ein herausragender Geschichtsforscher, verfasst. Ihm standen noch zahlreiche Originalurkunden zur Verfügung, die bei der Bombardierung Darmstadts 1944 ein Raub der Flammen wurden.

Es geht um Peter Fabri aus Biblis, der im Jahr 1529 zum Prior des Karmeliterklosters in Hirschhorn am Neckar ernannt wurde. Die Herren von Hirschhorn und damit auch des Klosters waren in der Reformationszeit die Brüder Georg, Philipp und Engelhard IV. von Hirschhorn. Georg und Engelhard haben sich schon sehr früh der evangelischen Bewegung angeschlossen. Bereits 1525 drängten die Ritter die Karmeliter dazu, ihre Ordenstracht abzulegen und vom katholischen Glauben abzufallen. 1528 bestellten die Ritter selbst einen wohl lutherischen Prädikanten im Kloster.

Das war für die Karmeliter ein unhaltbarer Zustand. Sie beklagten sich bei Kaiser Karl V. und wählten im Jahr darauf den Bibliser Peter Fabri zum Prior, der unerschrocken sein Amt aufnahm. 1530 kam für Fabri die ersehnte kaiserliche Rückendeckung. In einem Brief nahm der Kaiser den Orden in seinen Schutz. Auf diesen Schutzbrief hin mussten Georg und seine Brüder das Karmeliterkloster dulden und bis zum Tod des tapferen Priors Peter Fabri am 26. August 1542 in Ruhe lassen. red

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