Biblis

Verkehr Vollsperrung der B 44 bei Bobstadt bereitet Feuerwehren im Ried Sorgen / Ausweichroute über Bobstadt und Radweg möglich / Lorsch könnte aushelfen

Ralf Becker: Das ist eine brenzlige Situation

Biblis/Groß-Rohrheim.Wie kommen Rettungsfahrzeuge während der Vollsperrung der B 44 von 23. bis 28. April nach Biblis und Groß-Rohrheim? „Was ist, wenn wir die Drehleiter aus Lampertheim oder das Hubgelenkfahrzeug von Bürstadt brauchen?“, fragt sich Ralf Becker von der Bibliser Feuerwehr. „Diesen Knotenpunkt für eine ganze Woche zu kappen, das ist eine brenzlige Situation“, meint er: „Im wahrsten Sinne des Wortes, wenn bei uns ein Feuer ausbricht.“

Während der Vollsperrung bei Bobstadt müssen Auto- und Lkw-Fahrer einen großen Bogen um die viel befahrene Strecke machen. Die erste Möglichkeit führt laut der Landesbehörde Hessen Mobil über die L 3261 über Wattenheim bis Rosengarten auf die B 47 und zurück nach Bürstadt. Oder es geht bei Groß-Rohrheim auf die L 3111 zum Jägersburger Forsthaus nach Einhausen, um von dort auf die B 47 nach Bürstadt zu kommen.

Und wenn Eile geboten ist? Der Notarzt ist in Bürstadt stationiert, die Polizei kommt von Lampertheim über die B 44 nach Norden. „Dann haben die ein Problem – oder wir“, fürchtet Becker. Denn die Umleitung über Hofheim, Wattenheim und Nordheim dauere wesentlich länger, zudem rechnet Becker mit Staus durch Lkw. „Überholen ist auch nicht möglich, das lässt die Straße dort nicht zu.“ Immerhin können Rettungskräfte im Notfall von Lorsch, Bensheim, Heppenheim oder sogar von Worms zu Hilfe eilen.

„Die Zentrale Leitstelle, bei der die Notrufe eingehen, entscheidet, was zeitlich besser wäre“, sagt Bürstadts Stadtbrandinspektor Uwe Schwara. „Dort sind alle Sperrungen hinterlegt, und im Zweifelsfall könnten auch zwei Wehren parallel alarmiert werden.“ Schwara sagt aber auch: „Problematisch ist die Situation schon.“ Denn im Zweifelsfall könne es durch die Vollsperrung einige wertvolle Minuten länger dauern, bis Hilfe komme. Aber grundsätzlich kümmerten sich sowohl in Biblis als auch in Groß-Rohrheim zunächst die eigenen Wehren um den Brandschutz.

Kürzere Alternative

Groß-Rohrheims Gemeindebrandinspektor Rainer Donnerstag hat von offizieller Seite noch nicht erfahren, wie die Alternativen im Ernstfall aussehen. Bei der geplanten Großübung heute in Groß-Rohrheim will Donnerstag mit den Stadtbrandinspektoren von Lorsch, Bürstadt und Lampertheim sprechen. Klaus Reiber von Lampertheim sagt: „Es gibt immer Wege.“ Das sollte einem keine schlaflosen Nächte bereiten.

Schwara zufolge müssen die Bürstädter nicht unbedingt die weiträumige Umleitung nehmen, es gebe eine kürzere Alternative: Die Brandschützer könnten durch Bobstadt und übers Pfaffenau-Stadion nach Biblis fahren. „Wenn wir dort die Schranke aufmachen, sind wir nach der Baustelle wieder auf der B 44.“ Dies sieht auch der Kreis Bergstraße als Ausweichroute vor. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt die Sprecherin mit, dass der Rettungsdienst im Notfall über Bobstadt (Mannheimer Straße, Frankfurter Straße, Bergstraße, In den Weißen Aspen) und den zur B 44 parallelen Geh- und Radweg nach Biblis an der Baustelle vorbeifährt.

Unklar sei aber noch, ob dieser Weg vom großen Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr Bürstadt befahren werden kann. „Daher wird die Feuerwehr dies am Wochenende vor Ort überprüfen“, heißt es. Sollte dies nicht möglich sein, solle das Hubrettungsfahrzeug der Bürstädter nur bis Biblis fahren – und die Lorscher würden mit ihrem Hubrettungsfahrzeug Groß-Rohrheim versorgen.

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