Biblis

Politik 51-jähriger Finanzberater aus Nußloch tritt zur Bibliser Bürgermeisterwahl an / FLB unterstützt Kandidaten

Ralph Bühler will vor allem zuhören

Biblis.Der Kandidat sieht seine Kernaufgabe als Bürgermeister von Biblis zuallererst im Zuhören. Ralph Bühler will Amtsinhaber Felix Kusicka im Herbst besiegen, um fortan „für die Menschen in Biblis und ihre persönlichen Belange da zu sein“. Die Fähigkeit dazu sowie das Talent, mit Zahlen umzugehen, sind für Bühler die wichtigsten Kompetenzkriterien für einen Bürgermeister. Die Freie Liste Biblis (FLB) um ihren Fraktionschef Hans-Peter Fischer hat ihn gestern in Biblis präsentiert.

Bühler ist in Offenbach geboren und lebt mit seiner Familie in Nußloch bei Heidelberg. Er ist nach eigenen Angaben gelernter Binnenschiffer und verdient sein Geld seit 18 Jahren als selbstständiger Finanz- und Energieberater. Er sei nicht parteipolitisch engagiert, räumt aber auf wiederholte Nachfrage ein, Mitglied der AfD zu sein. Er interessiere sich für politische Vorgänge, besuche häufig politische Veranstaltungen und Demonstrationen. Wie die nach dem Mädchenmord in Kandel.

Auf die Frage, ob er die rechtsgelagerte Orientierung der FLB in Biblis teile, erklärte er, nichts von derartigen Einordnungen zu halten. Er wolle Gutes bewirken, da spiele links oder rechts keine Rolle. „Wir atmen doch alle die gleiche Luft“, sagte er.

Der „Mann der Zahlen“ (Bühler über Bühler) hielt einige Blätter hoch: „Ich erkenne sofort, wenn mit Zahlen etwas nicht stimmt. Und hierzu habe ich viele Fragen.“ Auf die Frage, um was für Unterlagen es sich handelt: „Das sind mir vertraulich zu Verfügung gestellte Papiere.“ Hans-Peter Fischer assistierte: „Das sind Kopien aus dem aktuellen Bibliser Haushalt. Die kann jeder einsehen.“

Nach seinen Kenntnissen über die kommunale Haushaltsführung gefragt, erklärte der Kandidat, sich das noch „draufschaffen“ zu müssen. Wieder sprang Fischer dem Kandidaten zur Seite: „Die Haushaltspläne sind heutzutage doch so verschlüsselt, die kann doch eh kein Mensch lesen.“ Kenntnisse in Kommunalpolitik oder öffentlicher Verwaltung müsse er sich auch erst noch aneignen, so Bühler weiter.

Seine erste Amtshandlung würde die Einrichtung von Bürgersprechstunden sein, versprach der Kandidat. Alles Weitere sein Programm betreffend würde Ende März veröffentlicht. Auf die Frage, ob er nicht doch heute schon den einen oder anderen Schwerpunkt nennen könne, war wieder Fischer zur Stelle: „So viel können wir schon sagen: Schwerpunkte sind zum Beispiel die mangelnde ärztliche Versorgung in Biblis sowie die Sicherheit. Die Total-Tankstelle ist jetzt zum dritten Mal überfallen worden.“

Am Ende von den Pressevertretern mehrfach zu seinen Kompetenzen in Verwaltung, Etatplanung oder Kommunalpolitik befragt, erklärte Ralph Bühler zusammenfassend, ihm seien die Bürgersprechstunden zunächst am wichtigsten. In alles andere müsse er sich einlernen.

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