Biblis

Kutschenfahrer Beim Jägerhofturnier in Biblis kämpfen Rösser und Fahrer aus der Region um die Hessischen Meisterschaften

Rasante Gespanne am Start

Archivartikel

Biblis.Die Hessischen Meisterschaften der Kutschenfahrer auf dem Bibliser Jägerhof war ganz nach dem Geschmack der 65 angemeldeten Gespannwagenfahrer. Denn mit Sascha Jäger stand ein versierter Organisator an der Spitze der Veranstaltung. „Das Turnier ist sehr gut gelaufen und wir hatten keine Unfälle“, zeigte sich Jäger zufrieden. Nur das herbstliche Wetter machte der sportlich hochwertigen Veranstaltung einen kräftigen Strich durch Rechnung.

Neben einem unverdrossenen Fachpublikum, das sich an den drei Turniertagen weder von Wind noch Regen abhalten ließen, fehlten die sonst zum Jägerhof pilgernden Spaziergänger und Radfahrer. „Das ist schade, aber nicht zu ändern“, erklärte Hofbesitzer Franz Jäger, der selbst gerne auf dem Kutschbock Platz nimmt.

Die „Familienehre“ wurde allerdings von Turnierleiter und Zweispännerfahrer Sascha Jäger hochgehalten. Nach einem traumatischen Turnierunfall und einem Jahr Abstinenz wollte er den Heimvorteil nutzen und mit seinen Pferden Lord Merkur, Lord Pablo und Look at Me um die hessisches Meisterschaftskrone mitfahren.

Nach Dressur und im Gelände noch gut dabei, trat er – nach einer Verletzung bei Lord Merkur – zum Kegelfahren mit seinem Ersatzpferd Look at Me an. „Er ist noch sehr unerfahren“, sagte Jäger noch kurz vor dem Start.

Damen an der Spitze

Seine Skepsis bewahrheitete sich und er landete in der letzten Prüfung auf dem achten Rang. Doch diese Platzierung reichte aus für den dritten Platz hinter der amtierenden Meisterin Elena Scheipers und dem Zweitplatzierten Louis Ferdinand Kessler.

Auch bei den Einspännern überzeugten die Kutscherinnen. Hessische Meisterin wurde Jessica Wächter vor Anne Umzeitig. Auf den Bronzerang kam Eric-Peter Schäfer von der Kutschergilde Viernheim. Bei den Hessischen Meisterschaften der Zweispänner-Ponys errang Sven Böcking vor Carina Ochs und Christian Hechler den Sieg.

Immer spektakulär anzusehen sind die Vierspänner der Klasse S. Nach Dressur und Geländeprüfung siegte der Österreicher Daniel Schneiders vor dem amtierenden Hessenmeister Sascha Utz und Tobias Raphé. Dagegen behielt Sascha Utz beim Kegelfahren die Nase vorn. Schneiders kassierte neun Fehlerpunkte und kam dabei nur auf den fünften Platz.

Emotional gestaltete sich der Abschied Rudolph Bernhard, Turniersport-Urgestein aus der Region. Noch einmal hat er die Hessenmeisterschaften mit einem vierten Platz beendet. Die Veranstalter überreichten ihm eine gerahmte Fotografie und schickten ihn mit einem Golf-Trainings-Gutschein in die sportliche Rente.

Sascha Jäger und seine etwa 50 Helfer – aus den eigenen Reihen und auch von befreundeten Vereinen – sorgten für bestens vorbereitete Prüfungsstrecken, kümmerten sich liebevoll um das leibliche Wohl der Gäste und sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Weltmeisterschaften im Blick

In der nun beginnenden Winterpause will Jäger mit seinen Kutschpferden trainieren, um sich für die Weltmeisterschaften 2019 in Drebkau zu qualifizieren. Dort dürfen nur die besten zehn Gespanne an den Start gehen. Außerdem hat sich der Reit- und Fahrverein Jägerhof um die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften 2020 beworben. Im gleichen Jahr feiert der Verein auch seinen 20. Geburtstag.

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