Biblis

Ferienspiele II Kinder lernen spielerisch historische Fakten / Rätsel und handwerkliches Arbeiten runden den Ausflugstag ab

Reise in die Vergangenheit

Archivartikel

Biblis.Auf eine spannende Entdeckungstour in die Vergangenheit lud der Verein für Heimatgeschichte Nordheim bei seinem Ferienspielangebot ein. Die Jungen und Mädchen lernten den Ortsteil und seine historischen Bauten näher kennen, ebenso den Glockenturm am Alten Rathaus. Sie wogen Mammutversteinerungen ab, schauten sich alte haus- und landwirtschaftliche Geräte an und erlebten an der Verarbeitung von Schafswolle, wie mühsam früher das Leben war.

„Die Kinder werden vieles heute entdecken und lernen“, kündigte Gisela Gibtner vom Verein für Heimatgeschichte Nordheim, die gemeinsam mit weiteren Helfern den Ferienspielnachmittag organisierte und betreute. Um den Lerneffekt zu fördern, bekamen alle Kinder ein persönliches Arbeitsheft überreicht. Bei diesem konnten sie ihr erworbenes Wissen durch das Beantworten von Fragen festigen. So präsentierte man ihnen historische Informationen über das Alte Rathaus in Nordheim, welches 1129 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das heutige Alte Rathaus stammt aber aus dem Jahr 1864.

Staunen über Geschichte

Im Erdgeschoss befanden sich einst der Bürgersaal, das Bürgermeiserbüro, das Nachtwächterlokal, das Gefängnis und das Spritzenhaus. In der oberen Etage war der Schulsaal und die Lehrerwohnung. Weiterhin staunten die Kinder über die Rathausglocke. Diese wurde 1865 eingebaut, während des Ersten Weltkrieges jedoch zu Kanonenkugeln eingeschmolzen. Erst 1921 wurde die heutige Rathausglocke angeschafft. „Vom Museum geht es an der früheren Schule vorbei zur Sammlung der Familie Dinges“, so Gibtner. An dem alten Schul-Fachwerkhaus konnten sich die Kinder zwei gut gestaltete Figuren aus Holz anschauen, die nicht nur der Stabilität und Verzierung des Gebäudes dienten sollten, sondern auch der Abwehr von Gefahren. Hier lautete die Frage: Wie nennt man diese Holzfachwerkfiguren? Zahme Bären, edle Jungfrauen oder wilde Männer. Die „wilden Männer“ waren richtig.

Kurt Dinges, ebenfalls Mitglied und Helfer beim Verein für Heimatgeschichte Nordheim, führte die Gruppe durch die Sammlung der Familie von handwerklichen sowie haus- und landwirtschaftlichen Gerätschaften. Um die nun folgenden Fragen zu beantworten, mussten die Kinder genau zuhören und sich alles exakt anschauen. Mal sollten sie notieren, wie viele Rohre die alte Sämaschine hat oder wer einst das Waschbrett benutzte. Viele der ausgestellten Gerätschaften kannten die Kinder gar nicht mehr.

„Vom Schaf zum Schal“

Zurück im Burg Stein Museum konnten die jungen Teilnehmer Mammutversteinerungen kennenlernen und durften diese auch mal wiegen. „Im Vergleich legen wir Knochen von Tieren aus der heutigen Zeit dazu, damit sie sehen, welche Ausmaße die Tiere früher hatten“, erklärte Gisela Gibtner. Sie war zudem für die nächste Station „Vom Schaf zum Schal“ zuständig.

Die Kinder konnten Schurwolle „kardieren“, also zu langen Fasern auskämmen. „Jetzt kann die Wolle gesponnen werden, mit der Handspindel oder einem Spinnrad“, führte Gibtner aus. Die alten Gerätschaften lagen hierfür alle bereit. Sobald die Wolle gesponnen war, konnte sie weiter genutzt werden, etwa zum Weben oder Häkeln. „Für den Schal braucht man etwa 100 bis 150 Gramm Wolle. Das heißt, man kann dreißig Schals aus derWolle eines Schafes herstellen“, so Gibtner.

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