Biblis

Kultur Christian Berkel liest am 26. April in der Bibliser Filminsel aus seinem Roman „Der Apfelbaum“ / Vorverkauf läuft

Schauspieler blickt in Geschichte seiner Familie

Biblis.Der Berliner Schauspieler Christian Berkel kommt zu einer Lesung in die Bibliser Filminsel. Am Sonntag, 26. April, 11 Uhr, stellt er seinen Roman „Der Apfelbaum“ vor, in dem der Autor seinen eigenen Wurzeln und seiner Familiengeschichte nachgespürt hat.

Dazu hat Berkel Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist aus dem Material ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte. Eingebettet darin ist die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe.

Der Roman beginnt in Berlin im Jahr 1932. Sala und Otto sind 13 und 17 Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie.

1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort sterben viele Insassen schnell an Hunger oder Seuchen. Wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. In Argentinien versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt zurück nach Deutschland. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

Mit großer Eleganz erzählt Christian Berkel den spannungsreichen Roman seiner Familie. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen.

Berkel selbst hat ein unverwechselbares Auftreten als Schauspieler und bleibt mit seinem charakteristischen Aussehen den Zuschauern sofort in Erinnerung – sei es in seinen Kinorollen oder seit Oktober 2006 als „Der Kriminalist“ in der ZDF-Serie. Wandlungsfähig ist er ebenfalls und zeigte sich zweimal in der Rolle des Helmut Schmidt in „Mogadischu“ und „Die Sturmflut“. International stand er mit Tom Cruise für „Operation Walküre“ und „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino auf der Kinoleinwand.

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen – unter anderem den Bambi und den deutschen Filmpreis für „Der Mann mit dem Fagott“ und wurde als bester Schauspieler für „Der letzte Angestellte“ ausgezeichnet. cid

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional