Biblis

Betreuung Bibliser Ferienspiel-Kinder steigen in die alten Bäume auf dem Schulhof / Gut gesichert mit Gurt und Helm

Schwierige Kletterpartie mutig gemeistert

Archivartikel

Biblis.„Ich bin zum ersten Mal den ganzen Baum hochgeklettert und konnte oben die Glocke läuten“, strahlte Joschua über das ganze Gesicht. Die Jahre davor hatte er es nur den halben Baum hinauf geschafft und war jetzt mächtig stolz auf seine Leistung. „An den zweiten Baum traue ich mich jetzt auch, der ist aber etwas schwieriger“, verriet er. Das Klettern auf dem Schulhof gehörte zum Angebot der Ferienbetreuung, die die Gemeinde zusammen mit der Sozialagentur Fortuna anbietet.

„Das Klettern ist jedes Jahr ein Höhepunkt“, berichtete Oliver Haberer, Leiter der Sozialagentur. Für ihn übrigens auch: Er erlebt die jährliche Entwicklung der Kinder direkt mit, so wie bei Joschua. Einige Jungen und Mädchen schaffen es auf Anhieb bis nach oben, andere probieren es, soweit es eben geht. Manchmal hakt es an der Höhe, manchmal an der Kraft, manchmal ein wenig am Mut – doch selten am Sicherheitsgefühl. Die Teilnehmer tragen Gurte und Helme und werden von erfahrenen Kletterern am Seil gesichert.

„Danke für dein Vertrauen“, rief Oliver Haberer einem Kind zu, dass sich in den Gurt setzte – von ihm am Seil gehalten – und neben dem Baum hängend kurz verschnaufte.

Haberer und sein Team haben zwei Bäume im Schulhof mit Klettertritten und Griffen präpariert. So können die Kinder in die Höhe gelangen – wobei ein Baum etwas leichter gestaltet war und der zweite einen Ticken schwerer. „Du kannst auch die Gabelung nutzen, um weiter nach oben zu kommen“, motivierte ein Betreuer, wenn die Kinder zu sehr auf die Tritte und Griffe fixiert waren.

„Ich finde es toll, wenn man immer weiter nach oben kommt und dann nach unten schaut“, meinte Nadine. Und Ann-Sophie erzählte, dass sie schon im vergangenen Jahr auf beide Bäume bis ganz nach oben gelangt sei. Auch diesmal habe es ihr keine großen Probleme bereitet. Da staunten manch andere Kinder durchaus, wie flink und schnell Ann-Sophie den Baum hochkam.

Besonders mutig zeigte sich Marlene, die den schwierigen Baum gleich mit verbundenen Augen anging, ohne ihn vorher mal sehend kennenzulernen. „Respekt, das ist gar nicht einfach“, fand Haberer, der ihr Tipps gab, wenn sie nach Griffen oder Tritten suchte und diese nicht sofort fand. Schließlich meisterte sie blind den Weg nach oben.

Während die eine Gruppe kletterte, schauten sich die anderen – passend zum Motto „Reise in das Jahr 2034“ – den Film „Zurück in die Zukunft“ an. Den Kindern wurden zudem Begriffe wie „Wohnen, Beruf, Ernährung und Fortbewegung“ gegeben und sie sollten überlegen, wie das im Jahr 2034 aussehen könnten.

Interessant war, dass ein Kind ein Hausboot als Wohnung und Fortbewegungsmittel angab, schließlich würden ja die Eisberge schmelzen und der Wasserspiegel steigen. Andere sahen die Zukunft im autonomen Fahren. Zumal Autos irgendwann gar nicht mehr in Städte fahren dürfen. Die Kinder vermuteten, dass es wohl viele Roboter geben werde, die menschliche Arbeiten übernehmen. Der Mensch werde aber als Programmierer noch gebraucht. „Wollt ihr Roboter als Ferienspielbetreuer haben?“, fragte ein Betreuer, die Kinder riefen sofort: „Nein, wie gruselig.“

Sehnsucht nach mehr Natur

Den Jungs und Mädchen war durchaus bewusst, dass es weitere technische und digitale Neuerungen geben wird, die vieles verändern. So war aus manchen Antworten auch eine gewisse Sehnsucht zu vernehmen: Leben auf dem Land mit großem Garten, mehr Bezug zur Landwirtschaft und Bio statt synthetischem Essen, mehr Umweltbewusstsein und Natur. „Es liegt alles in euren Händen, ihr seid die Zukunft, ihr könnt sie mitbestimmen“, bekamen sie von den Betreuern mit auf ihren Weg in das Jahr 2034.

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