Biblis

Werrtor Diskussion um Wohnbebauung in Biblis

SPD begrüßt Pläne des Investors

Archivartikel

Biblis.Zum Thema Wohnbebauung am Werrtor haben sich nun SPD-Fraktionschef Josef Fiedler und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Erik Schiffner zu Wort gemeldet. Sie reagieren damit auf eine Stellungnahme der CDU, die den Planungen kritisch gegenübersteht (wir berichteten). In einer Mitteilung legen die Sozialdemokraten nun dar, warum sie sich bei der Gemeindevertretersitzung für die Änderung des Bebauungsplans am Werrtor ausgesprochen haben. Der Investor „Treufina GmbH“ plane, auf diesem Gelände mehrere Mehrfamilienhäuser mit 68 Wohneinheiten sowie 17 Einfamilienhäuser zu errichten.

„Das Bauvorhaben sehen wir als wichtige Maßnahme, um dem steigenden Wohnbedarf in Biblis Rechnung zu tragen“, heißt es in dem SPD-Schreiben. Zu den von der CDU aufgeführten Kosten für die Gemeinde entgegnet die SPD: „Fakt ist, dass die Straßenüberquerung an der B 44 in den nächsten Jahren aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens kommen muss.“ Auch aus Sicherheitsgründen sei die Straßenüberquerung aufgrund der existierenden Wohnbebauung und dem geplanten Radweg zwischen Einhausen und Biblis unausweichlich. Das sei der Gemeinde seit dem Jahr 2000 bekannt. „Der Investor hat sich bereit erklärt, über ein Drittel der Kosten zu übernehmen. Dies lehnt die CDU ab. Dies bedeutet, dass Biblis die Kosten allein zu tragen hat.“

Schrebergärten nicht in Gefahr

Der Befürchtung, dass Biblis mit der Bebauung seine letzte Gewerbefläche verlieren würde, stellt die SPD entgegen, dass die Zukunft dieses Geländes als Gewerbegebiet noch vollkommen offen sei. Dem Wohnbauprojekt würden auch keine Schrebergärten zum Opfer fallen. „Für das Wohnbauprojekt ist das vollkommen auszuschließen. In Bezug auf das Straßenbauprojekt ist eine solche Annahme reinste Spekulation und beruht nicht auf der aktuellen Sachkenntnis.“

Das von der CDU angeführte Friedhofserweiterungsgebiet als alternatives Gelände für neue Wohnbauprojekte befinde sich jedoch, anders als von der CDU behauptet, nicht vollständig in Gemeindehand. Der Großteil der Fläche gehöre der Firma Thelen, nur ein kleiner Teilbereich sei in Gemeindehand. Es gebe Gespräche, von deren Verlauf der Erfolg einer schnellen Bebauung abhänge. Das Gelände in Nordheim beim Sportplatz werde ebenfalls als Alternative genannt. „Die Bebauung dieses Geländes lehnen wir ab“, macht die SPD deutlich. Aufgrund von Vorgaben des Emissionsschutzgesetzes bezüglich des zu erwartenden Lärms, der vom Sportplatz ausgehe, müsste dieser langfristig geschlossen werden. Dadurch würde Nordheim jedoch eine wichtige Freizeitmöglichkeit verlieren.

Die von der CDU erwähnten Baugebiete Helfrichsgärtel 4 und 5 seien jedoch, anders als behauptet, noch nicht in der Endphase. Die Gemeinde stehe erst am Anfang der Planungen.

Der Landesentwicklungsplan sehe für die Gemeinde erhebliche Einschränkungen vor. Danach müssten die Kommunen zunächst innerörtliche freie Fläche bebauen, bevor in Zukunft zusätzliche Baugebiete, wie auf dem Gelände am Werrtor, genehmigt würden. Die Zusammenarbeit mit einem Großinvestor sehen die Sozialdemokraten als Teil ihrer zukunftsorientierten und sozialen Wohn- und Bauentwicklungspolitik. Die Preise sollen nach Angaben des Investors unter den Preisen für die Häuser im Helfrichsgärtel 3 liegen. red

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