Biblis

TC Biblis Sandplätze bereit für Spiele / Trainer Sascha Schnöller behält Vereinsfinanzen im Blick

Tennissport in der Zwangspause

Biblis.„Jeder ist fit und freut sich auf die Saison. Und wir können nicht starten, weil es das Virus gibt“, ärgert sich Sascha Schnöller, Tennistrainer beim TC Biblis. Und er geht davon aus, dass nun lange Zeit gar nichts läuft.

Am 1. Mai würde eigentlich die Medenrunde beginnen. Jetzt ist auch noch das Training abgesagt, damit ist er arbeitslos. Der Tennisclub hat am 18. März nicht nur die Tennishalle geschlossen, sondern auch den Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt, um die Spieler und Nutzer der Halle nicht zu gefährden. „Gerade auf Sand braucht es ein bisschen Training. Es gibt vielleicht auch Amateure aus unteren Klassen, die sofort loslegen können. Aber wer ambitioniert ist, wird das nicht tun“, meint Schnöller.

Zum Glück hat er die beiden Tage vor der Schließung noch viele Stunden geben können. Das Wintertraining läuft normalerweise bis zu den Osterferien. Jetzt hofft der Trainer, dass nicht allzu viele Leute, die Hallenstunden gebucht hatten, ihr Geld zurückverlangen. Denn das sind alles Summen, die dem Verein dann verloren gehen. Ihm selbst fehlt das Gehalt natürlich auch, zuhause laufen sämtliche Kosten weiter. „In dieser Situation mache ich mir schon Gedanken, ob die Selbstständigkeit überhaupt noch sinnvoll ist“, sagt Schnöller.

Das Schlimme ist für ihn, so machtlos zu sein. Das Virus beherrsche alles. Glücklicherweise hat Schnöller ein zweites Standbein: Er ist Sportlehrer an der Schule in den Weschnitzauen. Da die Schulen ebenfalls zurzeit geschlossen sind, kann er keiner seiner Aufgaben nachgehen. Derzeit betreut er seine beiden kleinen Söhne, denn seine Frau geht als Zahnarzthelferin noch täglich in die Praxis. „Das sehe ich als das Positive in der derzeitigen Lage, dass ich mehr Zeit für die Familie habe. Das ist wichtiger, als 100 Euro mehr zu verdienen“, erklärt der Tennistrainer.

„Zum Netzroller“ geschlossen

Vergangene Woche wurden die Sandplätze trotzdem für die Saison fertiggemacht. Die Netze sind schon mal aufgehängt und so wurde zumindest ein Stück Normalität gewahrt. Damit werde auch ein Zeichen für die Zukunft gesetzt. Wobei Schnöller davon ausgeht, dass die Medenrunde nicht pünktlich beginnt, zumal kein Training im Vorfeld stattgefunden hat. Vor dem 1. Juni spiele sich nichts ab.

Ebenfalls geschlossen ist das Restaurant „Zum Netzroller“. „Wir haben am 18. März, zeitgleich mit der Hallenschließung, zugemacht“, berichtet Inhaber Lupo Srblajnovic. „Unsere Kunden sind überwiegend ältere Leute, und wir können die vorgeschrieben Sicherheitsmaßnahmen gar nicht gewährleisten. Wir wollten sie nicht in Gefahr bringen.“ Jetzt sei Zeit, um Dinge zu erledigen, die sonst immer liegen bleiben. Wann das Lokal wieder öffnet, sei genauso ungewiss, wie alles andere.

Schnöller ist trotz allem verhalten optimistisch: „Es ist jetzt, wie es ist. Wir müssen das irgendwie stemmen. Und es hat noch keinem geholfen, in Panik zu verfallen.“ Er hofft auf Regelungen vom Staat, auch in Sachen Unterstützung von Selbstständigen und Freiberuflern. Und dass auch den Vereinen irgendwie geholfen wird.

Schnöller hofft, dass die Bevölkerung endlich die Sicherheitsmaßnahmen einhält und sich nicht länger in größeren Gruppen draußen trifft. „Dann wäre zumindest eine Ausgangssperre zu vermeiden“, sagt der Tennistrainer.

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