Biblis

Ausstellung Skulpturen und Landschaftsbilder in Biblis

Ungewöhnliche Perspektiven

Biblis.Traurig, ein bisschen nachdenklich geht der Blick der grauen Skulptur zum Boden. Sie hat den Kopf in die Hand gestützt. Kontrastreich wachsen derweil Äste aus der Schulterpartie des Kunstwerkes nach oben in den Himmel. „Hoffnung“ hat Rainer E. Rühl dieses Werk genannt. Gemeinsam mit Klaus Odenwald stellt er derzeit in der Reihe „Kunst im Rathaus“ in Biblis aus.

Die Werke beider Künstler regen zum Nachdenken und zum „zweiten Blick“ an. Sei es die Skulptur „Hoffnung“, eine Verbindung von Ästen. Manche sehen auch nach oben gerichtete Wurzeln darin und interpretieren die Hoffnung hier für Leben, das sich Strecken in neue Sphären und dafür, dass sich aus jedem Anfang etwas Neues entwickeln kann.

Bei Rainer E. Rühl , der in Alsheim lebt, stehen stets der Mensch und dessen Gefühle im Fokus. Seine Arbeiten tragen Titel wie „Freude“, „Einsamkeit“ oder „Angst“ und dienen beim Betrachten auch der Selbstreflexion. Sie sollen zugleich Brücken schlagen und Mut machen. Wie sein Werk „Hoffnung“.

Vielfältige Materialien im Einsatz

Rühl arbeitet mal mit Draht, und Holz, mit PU-Schaum, mit Modelliermasse, Putz, Klebeband, patiniertem Kupfer oder Acrylfarben. Die jeweilige Idee bestimmt bei ihm das gewählte Material, das nicht immer zu den klassischen Rohstoffen der Bildhauerei zählt. „Ein Besuch im Baumarkt ist ein großes Abenteuer“, schmunzelte er. Die meisten seiner Figuren bestehen aus einem Materialmix, werden in vielen Arbeitsschritten aufgebaut und danach patiniert, also mit einer künstlichen Oberfläche versehen, oder sie werden bemalt. Seine Arbeitsgrundlagen seien immer Zeichnungen, betont der Künstler.

Erst seit 2013 nimmt er an Ausstellungen teil und konnte hier schon Erfolge verbuchen, so den ersten Platz 2016 und den zweiten Platz 2017 in der Kategorie Skulpturen beim „Kunstpreis des Bürstädter Kunstvereins“.

„Ich finde es beeindruckend, wie es Künstlern gelingt, gewonnene Eindrücke in Farbe umzusetzen und dabei Stimmungen einzufangen. Oder aus den unterschiedlichsten Materialien Skulpturen zu schaffen, die den Betrachter bei längerem Hinsehen verstehen lassen, was der Künstler zum Ausdruck bringen möchte“, meinte dazu Bürgermeister Felix Kusicka bei der Vernissage im Rathaus. Ein Dank ging an Mitarbeiterin Cäcilia Georgi. Sie betreut die Reihe „Kunst im Rathaus“.

Neben Rühl stellt zeitgleich Klaus Odenwald aus Oftersheim im Rathaus aus. Er hat 1984 mit Aquarell und Pastellkreide angefangen und sich später auf Öl fokussiert. Hierbei spielen Farben bei ihm eine sehr große Rolle und deren Ausdruckskraft. Etwa wenn es um den Himmel geht. Dann kommt das ganze Farbenspiel zum Einsatz: Es geht nicht um den hellen, klaren Himmel, sondern um die Details, die durch Licht, Wolken und Natur entstehen.

Spezialisiert hat er sich auf Landschaften und beschreibt seine Motive selbst als „Landschaften ohne Bäume und Häuser“. Die Wiedergabe des Charakters einer Landschaft sei sein großes Ziel, so der Künstler. Hierbei verweist er auf ein Bild von der Riedlandschaft bei Biebesheim.

Dabei ist ihm das Experimentieren mit unterschiedlichen Malgründen und Maltechniken ebenso wichtig, mit Hilfe derer er den Landschaften neuen Ausdruck gibt. Seit 1985 nimmt er an Ausstellungen teil und seit 2010 ist er als freischaffender Künstler tätig.

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