Biblis

Bürgerversammlung Felix Kusicka informiert im Bibliser Rathaus

Viele Fragen zur Ortsentwicklung

Archivartikel

Biblis.Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) wird insgesamt 9,2 Millionen Euro verschlingen. „Das wird die Gemeinde lebenswert machen. Das hat sie auch verdient“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka. Die Ortsentwicklung stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Bibliser Rathaus. Dazu konnte Rita Schramm, die Vorsteherin der Gemeindevertretung, auch viele interessierte Bürger begrüßen.

Kusicka bedankte sich für die Unterstützung der Bürger, die sich im April an der Befragung vor dem Rathaus beteiligt hatten. Damals waren 280 Eingaben gemacht worden – überdurchschnittlich viele, wie das verantwortliche Büro von NH Projektstadt konstatierte „Dieser Input fließt in die Überlegungen ein“, betonte Kusicka. Bis 2026 stehen Fördergelder bereit, bis 2030 soll alles fertig sein. Informationen dazu sollen bald auf der Homepage der Gemeinde stehen. Die Verwaltung sucht zudem noch einen externen Mitarbeiter, der das „Stadtumbaumanagement“ betreuen soll.

Situation am Gemeindesee

Derzeit liegt ein Zeit- und Finanzierungsplan vor, außerdem wurden die Stärken und Schwächen der verschiedenen Themengebiete benannt. Positiv ist, dass die historischen Gebäude wiederbelebt oder die Hofreiten im Ortskern genutzt werden können. Doch es fehlen öffentliche Plätze, zudem ist der Sanierungsbedarf ortsprägender Bauten hoch. Die Stärken beim Verkehr liegen beim S-Bahn-Anschluss und im Radwegenetz in die Region. Hingegen lassen die innerörtlichen Radwege sowie die Barrierefreiheit zu Wünschen übrig, und der Park & Ride-Platz am Bahnhof ist zu klein.

Nach Angaben von Kusicka werden 65 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, also trägt die Gemeinde 35 Prozent. Die Situation am Gemeindesee soll schon im kommenden Jahr verbessert werden. „Hier war der Badebetrieb einer der großen Wünsche aus der Bürgerschaft“, merkte der Bürgermeister an. Vorerst soll die Wasserqualität geprüft und die Wege sollen verbessert werden.

Ein großes Thema ist – nicht nur beim ISEK – der Bahnhof. Auch viele Fragen der Bürger drehten sich darum. Das Gebäude gehört inzwischen der Gemeinde. Es muss saniert und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. „Immerhin ist das für Reisende der erste Eindruck, den sie vom Ort haben“, erklärte Kusicka. Viele Mängel fallen in den Zuständigkeitsbereich der Bahn: die Beleuchtung, der Standort des Fahrkartenautomats im Freien, die nicht funktionierenden Aufzüge und die fehlende Beschilderung in der Unterführung. Kusicka erklärte, der Verwaltung seien die Hände gebunden, von der Bahn kämen keine eindeutigen Antworten. „Wo es möglich ist, werden wir Abhilfe schaffen. Zum Beispiel können wir über dem Fahrkartenautomaten ein Dach anbringen, damit der Fahrgast beim Ziehen der Karte nicht im Regen steht“, meinte der Bürgermeister.

Neue Kita bis 2023 fertig

Der zweite große Punkt war die Finanzsituation. 2015 wies der Haushalt ein Minus von 3,5 Millionen Euro aus, 2018 allerdings war er mit 61 000 Euro im Plus. „2014 ist das Kraftwerk bei den Gewerbesteuern weggebrochen, und uns haben 2,5 Millionen Euro gefehlt“, fasste Kusicka zusammen. Damals fiel der Beschluss, bis 2023 sechs Stellen in der Verwaltung abzubauen. Fünf davon sind bereits weggefallen. „Biblis hat aus dem Investitionsprogramm der Hessenkasse gerade rund 1,6 Millionen Euro erhalten“, so Kusicka.

Eine weitere Frage aus dem Plenum war die nach weiteren Essensplätzen in der Kita Pusteblume. Kusicka versprach Nachbesserung, aber nicht innerhalb kurzer Zeit. Eine neue Kita sei geplant und solle bis 2022/23 fertig sein. Einige Fragen kamen auch zum Logistikzentrum und der Einfahrt zur L 3261, weil es dort keine Geschwindigkeitsreduzierung gebe. Das sei jedoch Sache von Hessen Mobil. cid

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