Biblis

Verein für Briefmarken und Münzenkunde Großtauschtag lockt immer weniger Besucher in die Kultur- und Sporthalle Nordheim

Viele wollen eine Schätzung

Biblis.Seit vielen Jahren lädt der Verein für Briefmarken und Münzenkunde Biblis zu einem Groß-Tauschtag ein, an dem sich Verkäufer und Besucher treffen. Der Vorsitzende Dietmar Borries freute sich, dass zwölf Händler gekommen waren. „Aber ob sie auch zufrieden sind, wird sich zeigen.“ Leider sei immer weniger los am Großtauschtag: Es mangele an Besuchern.

Die wenigen, die in der Kultur- und Sporthalle in Nordheim vorbeischauen, sind wirklich interessierte Briefmarken- und Münzfreunde, die sich explizit umschauen, um etwas bei den Händler zu erwerben oder weil sie selbst etwas verkaufen wollen. Hinzu kommen jene Besucher, die meist aus Nachlässen Briefmarken oder Münzen mitbringen und eine fachliche Meinung einholen möchten. „Das macht schon lange die Hauptaufgabe des Vereins aus: Dass wir die Leute beraten und einschätzen, was die mitgebrachten Sachen wert sind und wo sie diese verkaufen können“, berichtete Borries.

Bei Münzen gab er den Tipp, diese über die Verkaufsplattform Ebay zu veräußern. „Hier bekommt man den wirklichen Marktpreis, bei Händlern in einem Geschäft oft nur den Silberwert der Münzen“, erklärte Borries. Häufig denken die Angehörigen, es handle sich bei ihren Briefmarken oder Münzen um einen kleinen Schatz. Doch meist haben die Vorbesitzer einfach schöne Briefmarken gesammelt, die ihnen ins Auge fielen. Der ideelle Wert sei oft größer als der finanzielle.

„Es gibt so viele schöne Briefmarken mit tollen Motiven, es ist zu schade, dass diese wenig Beachtung bekommen“, fand Borries. Der Verein hatte zum Großtauschtag auch eine Ausstellung mit verschiedenen interessanten Exponaten zusammengestellt, die aus den Sammlungen von zehn Mitgliedern stammen. Darunter waren Briefmarken, die sich um das Thema Weihnachten oder um die bunte Welt der Schmetterlinge drehen. Auch ein Hundelexikon war dabei, es bietet zu jedem Eintrag einen Text über das Tier und die passende Briefmarke.

Eine solche Ausstellung vorzubereiten, dauert viele Stunden. Borries stellte etwa den Bereich Feldpost zusammen, der zudem angelehnt war an 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. „Da musste ich mir Kenntnisse der Sütterlinschrift aneignen, um überhaupt die Feldpost lesen, einordnen und für die Besucher entsprechend beschriften zu können“, erzählte er. Umso mehr schmerzt es, wenn wenige Besucher vorbeikommen und die Ausstellungsflächen kaum beachtet werden.

Zwei Vitrinen waren darüber hinaus mit besonderen Münzen bestückt: mit Euromünzen aus Ländern, die nur wenige Stückzahlen herstellen, wie der Vatikan oder das Fürstentum Monaco.

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