Biblis

Unwetter DRK Biblis gibt Tipps zum richtigen Verhalten

Wenn’s blitzt, schnell in die Hocke gehen

Biblis.Unkontrollierbare Wassermassen, Blitzeinschläge, abgedeckte Häuser: Die Unwetter häufen sich im Moment. „Wir blieben ja lange verschont“, sagt Silke Wetzel, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Biblis. Doch mittlerweile krachte es auch in der Region. Was tun, wenn der Mensch mit diesen Wetterbedingungen konfrontiert wird? Hierfür gibt das Generalsekretariat des DRK in Berlin einige Unwettertipps: Wo man bei einem Gewitter sicher ist, wie man sich unterwegs verhalten sollte, und wie man im Ernstfall schnell helfen kann.

Sichere Umgebung

„Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30 000 Grad heiß. Das klingt zunächst erschreckend. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren“, sagt DRK-Bundesarzt Peter Sefrin. Seine Tipps: Der beste Schutz sind Häuser mit Blitzableiter und Autos. Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile oder die Kabine einer Baumaschine bieten den gleichen Schutz, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.

Ein weiterer Tipp fürs Freie: sich kleinmachen! Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel, nicht der höchste Punkt in der Umgebung zu sein. Am besten mit eng zusammenstehenden Füßen, das Gewicht auf die Fußballen verlagern und in die Hocke gehen, mit den Armen die Knie umschlingen, wenn möglich sich eine Bodenmulde dafür suchen. Bei Gewitter aber nirgendwo anlehnen. Auch in Gebäuden wie Scheunen, Holz- oder Steinhütten ist der Aufenthalt in der Mitte des Gebäudes am sichersten und auch hier in die Hockestellung gehen.

Runter vom Rad

Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Zu meiden sind Bergspitzen, Aussichtstürme sowie einzelne Bäume oder Baumgruppen. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen ist man einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume immer meiden. Dritter Tipp von Peter Sefrin: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich. Beim ersten Donnergrollen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis und ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall, daher sollten Radfahrer absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Weiterhin sollten Regenschirme und Wanderstöcke in sicherer Entfernung abgelegt werden.

„Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden“, so Sefrin. Dort, wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich. Er kann auch im Umkreis Schaden anrichten. Schnelle Hilfe kann bei derartigen Unfällen Leben retten.

Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen. Bei Kreislaufstillstand sollten die Ersthelfer sofort mit der Wiederbelebung beginnen: 30-mal mit dem Handballen das Brustbein zirka fünf bis sechs Zentimeter tief drücken und zwar mit einer Frequenz von 100- bis 120-mal pro Minute. Es folgen zwei Atemspenden im Wechsel.

DRK-Arzt Peter Sefrin macht deutlich: Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg, Doch die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen, die versorgt werden müssen. str

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