Biblis

Interview Vorsitzender Karlheinz Gölz will mit dem FV Biblis in der Kreisoberliga Bergstraße mitspielen

„Wir haben Grund zum Feiern“

Biblis.Seit 100 Jahren gibt es den FV Biblis. Unsere Zeitung hat anlässlich des runden Vereinsgeburtstags mit dem Vorsitzenden Karlheinz Gölz gesprochen.

Herr Gölz, morgen begeht der Verein seinen Festkommers anlässlich des 100. Geburtstags. Was erwartet denn die sicherlich zahlreichen Gäste?

Gölz: 100 Jahre sind ein Grund zum Feiern. Wir haben ein kleines und kurzweiliges Programm zusammen gestellt, durch das uns ein aus dem Hörfunk bekannter Moderator führen wird. Umrahmt wird das Programm vom Gesangverein Frohsinn mit dem Dirigenten Herbert Ritzert, der auch jahrelang die Farben des FV Biblis trug. Außerdem tritt bei der Feier die Tanzformation Piccola unter der Leitung von Lisa Ritzert auf. Als Festredner sind Bürgermeister Felix Kusicka, die Vorsitzende der Bibliser Gemeindevertretung, Rita Schramm, Kreisfußballwart Reiner Held und eine Abordnung des Sportkreises Bergstraße eingeplant. Außerdem können alte Mannschaftsfotos und die Exemplare unseres Malwettbewerbs „100 Jahre FV Biblis“ begutachtet werden. Den Wettbewerb haben wir gemeinsam mit der Bibliser Schule in den Weschnitzauen ausgelobt.

Was zeichnet Ihren Verein aus?

Gölz: Wir sind ein Fußballverein mit einer langen Tradition, und die soll natürlich nicht nach 100 Jahren enden. Viele Bibliser haben bei uns nicht nur ihre sportliche, sondern auch ihre gesellschaftliche Heimat gefunden. Schon immer haben wir großen Wert auf die Jugendarbeit gelegt. Das ist nun auch beim Jugendförderverein BiNoWa so, dessen hervorragende Arbeit sich immer mehr auszahlt. Außerdem verfügen wir in den beiden Seniorenmannschaften über 50 Spieler, die die Farben unseres Vereins tragen.

Können Sie kurz auf die Höhepunkte der Vereinsgeschichte eingehen?

Gölz: Höhepunkte in einem Fußballverein sind immer Meisterschaften, Pokalsiege und Aufstiege. Nicht zu vergessen die vielen Punktspiele mit etlichen Hundert Zuschauern. Einmal waren es gar mehr als 1000. Es gab Jubiläumsspiele gegen prominente Gegner, und Ende der 1970er Jahre war sogar die von Jupp Derwall trainierte Deutsche Amateurnationalmannschaft zu Gast im Pfaffenau-Stadion. Für jeden kleinen Amateur sind solche Spiele natürlich etwas Besonderes.

Gab es auch eine Zeit, in der es nicht so gut lief?

Gölz: Ich erinnere mich an eine Sitzung in unserem Vereinslokal „Deutsches Haus“. Wir hatten im Vorstand kaum Leute, standen bei der Bank im Minus, verfügten über keinen Trainer mehr und kaum noch über eine Mannschaft. Nach langer Diskussion, bei der es auch zur Debatte stand, den Verein abzumelden, fanden wir schließlich Lösungen. Langsam aber sicher ging es wieder aufwärts. Eine Meisterschaft zu feiern ist eben wesentlich einfacher als bei Misserfolg zusammenzustehen. Aber vielleicht lagen die Gründe unserer Misere auch darin, zu sehr auf auswärtige Spieler gesetzt zu haben, statt den Nachwuchs besser zum Zuge kommen zu lassen.

Was sind die Perspektiven des FV Biblis, wo sehen Sie ihren Verein in zehn Jahren?

Gölz: Sportlich betrachtet, wollen wir alsbald wieder in der Kreisoberliga Bergstraße Fußball spielen, die gerade wegen der vielen Derbys sehr attraktiv für uns wäre. Was das Vereinsleben anbelangt, ist auch bei uns der Rückgang ehrenamtlichen Engagements schwer zu übersehen. Die Helferinnen und Helfer sind dünn gesät, bei unseren Veranstaltungen sind es meist die Gleichen, die mit anpacken. Deswegen muss möglicherweise über Vereinszusammenführungen nachgedacht werden, um die viele Arbeit auf mehreren Schultern verteilen zu können.

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