Biblis

Geburtstag Alfred Kappel aus Biblis wird heute 80 Jahre alt / Ehemaliger Bürgermeister gibt kleinen Empfang

Zufriedener Blick zurück

Archivartikel

Biblis.Wenn Alfred Kappel aus Biblis auf sein Leben zurückblickt, ist er sehr zufrieden. „Beruflich, privat, gesundheitlich und sportlich – besser hätte es nicht laufen können“, meint der ehemalige Bürgermeister, der am heutigen Mittwoch seinen 80. Geburtstag feiert. Und weil er so viel Gutes erfahren hat, möchte er das als Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Biblis gerne weitergeben.

Es gibt nur wenig, was er in all den Jahren anders gemacht hätte. Eines allerdings bedauert Kappel ein wenig. „Damals mit 17 oder 18, kurz nach meiner Ausbildung bei Bopp & Reuter, wäre ich gerne nach Australien ausgewandert. Die Firma hat dort Arbeitsplätze angeboten. Meinen Eltern hat das gar nicht behagt, aber kurz darauf bin ich dann zu den Gebirgsjägern bei der Bundeswehr gegangen, da war ich sowieso weg“, erinnert er sich.

Traum von Australien

Nach Australien ist er nie gekommen, obwohl ihn die Olympischen Spiele in Melbourne im Jahr 1956 oder in Sydney im Jahr 2000 sehr gereizt hätten. Dafür sind er und Ehefrau Inge viel in Europa gereist und tun es immer noch sehr gerne. Sohn Rüdiger war fünf Jahre lang beruflich in Istanbul. Ihn besuchten die Eltern mehrmals im Jahr.

Gerade sind die beiden von einer mehrtägigen Fahrt mit den früheren Bürgermeisterkollegen Heinz Roos (Groß-Rohrheim), Alfons Haag (Bürstadt) und Rudi Müller (Gernsheim) und deren Frauen aus Holland zurückgekommen. „Das machen wir einmal im Jahr“, verrät Kappel. So pflegt er die Kontakte zu den ehemaligen Amtskollegen, die zu guten Freunden geworden sind.

Derzeit ist er neben der Bürgerstiftung noch bei der Turngemeinde aktiv und dort unter anderem Prüfer des Sportabzeichens. Sport ist immer noch eine seiner großen Leidenschaften und begleitet ihn schon sein Leben lang. Er war seit der Jugend begeisterter Leichtathlet und hat viele Preise und Auszeichnungen gewonnen, durfte sich auch Deutscher Meister nennen.

„Dass ich so fit war, hat mir bei der Bundeswehr viel genutzt. Ich habe im Gebirge teilweise das Gewehr von anderen Soldaten getragen, die nicht mehr konnten“, lacht Kappel. Selbst heute sieht er zu, dass er eine halbe Stunde am Tag walken geht, ist im Fitness-Studio und achtet auf Bewegung und die Ernährung.

Geboren ist Kappel in der Schulstraße in Biblis, später haben seine Eltern in der Gartenstraße gebaut. Mit Josef Seib, ebenfalls früherer Bürgermeister, hat ihn viel verbunden und deswegen ist er dessen Ruf nach Biblis zur Verwaltung gefolgt.

Sein Herz schlägt nach wie vor für die Gemeinde. Deshalb war es ihm ein besonderes Anliegen, dass Biblis die „Gurkenfrau“ bekommt, die vor dem Rathaus ihren Platz gefunden hat. „Andere Kommunen hatten das auch mit dem Tabakbrunnen in Lorsch und der Spargelfrau in Lampertheim“, berichtet er. Kappel hat nicht locker gelassen, bis Biblis auch eine Figur bekommen hat, die für ihre Tradition steht und für das, womit Biblis groß geworden ist.

Nach wie vor an Politik interessiert

Die Entwicklung, die die Gemeinde macht, verfolgt er mit großen Interesse. Nicht selten sieht man ihn bei den Ausschusssitzungen und Sitzungen der Gemeindevertretung. „Bürgermeister Kusicka macht seine Sache gut, gerade in der Zeit, als das Kernkraftwerk stillgelegt worden ist. Ab und an sprechen wir miteinander, aber ich hüte mich davor, mich einzumischen“, berichtet Kappel. Als er im Amt war, sei es noch einfacher gewesen, die Geschicke der Gemeinde zu lenken, weil das RWE reichlich Mittel nach Biblis fließen ließ. Aber zu kämpfen hätten heute viele Kommunen, findet er.

Für seinen Jahrgang 1938 ist er ebenfalls aktiv. „Wir feiern das Jubiläum im Oktober. Es sind rund 35 Schulkollegen dabei, die meisten leben in Biblis oder nicht allzu weit weg“, erklärt Kappel. Die Tagesausflüge organisiert er nach wie vor mit. Früher gab es Mehrtagesfahrten, aber nun seien alle älter geworden, so Kappel.

Für den heutigen Geburtstag ist ein kleiner Empfang zu Hause geplant und am Wochenende geht es mit Freunden und Weggefährten in eine Gaststätte zum Mittagessen. Mit ihm freut sich Gattin Inge, mit der er seit 55 Jahren verheiratet ist.

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