Bürstadt

Knochenmark-Spende Mehr als 50 Helfer im Einsatz / Bobstädter Feuerwehr mit Aktion zufrieden

156 Freiwillige lassen sich typisieren

Archivartikel

Bobstadt.Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 156 Männer und Frauen sind dem Aufruf der Bobstädter Feuerwehr gefolgt und haben sich für eine Knochenmarkspende typisieren lassen. Knapp 2400 Euro kamen zusätzlich zusammen.

Die Feuerwehrleute Kevin Wiedemann, Manuel Gengnagel und Christian Ludwig wissen ganz genau, wovon sie sprechen. Schon im Jahr 2004 haben sie sich bei einer Typisierungsaktion bei der Feuerwehr Bobstadt registrieren lassen. Anschließend wurden ihnen auch Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen. Weitere potenzielle Spender konnten ein Jahr später bei einer Aktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) bei der Bürstädter Wehr gefunden werden. Damals wurde dringend ein Stammzellenspender für Luca Aupperle gesucht. Dieser ist heute gesund, ehrenamtlich wie Papa Frank als Feuerwehrmann aktiv und half, wie etwa 50 weitere Freiwillige, bei der Typisierungsaktion am Wochenende tatkräftig mit. Neben den Bobstädtern gehörten Feuerwehrkameraden der Wache Bürstadt-Mitte und Riedrode zum Helferteam. Auch das Prinzenpaar Manuela II. und Marcel II. – bis zum 11. November noch im Amt – stellten sich in den Dienst der guten Sache. Zudem konnte Feuerwehrvereinschefin Susanne Merl auf viele fördernde Mitglieder zurückgreifen.

35 Euro pro Test

Unterstützung erhielten die Brandschützer zudem vom Edeka-Markt. Denn Chef Michael Krebs stand nicht nur selbst am Grill, sondern hatte auch Grillgut gestiftet. Die Raiffeisenbank sowie Fahrgeschäftsbetreiber Markus Schreiber unterstützten ebenfalls die gute Sache. Denn jede einzelne Typisierung kostet 35 Euro. Unterstützung kam zudem von vielen eifrigen Bäckerinnen, die ihre Kuchen und Torten zum Verkauf anboten. Ein Ballonkünstler sorgte für Unterhaltung, außerdem griffen viele Besucher tief in die Taschen, um die Finanzierung der Aktion zu unterstützen. Am Ende hatten sich 156 Spender im Alter von 17 bis 55 Jahren typisieren lassen, darunter auch einige ganz junge Einsatzkräfte der Feuerwehr Bobstadt. Dazu kamen 2385 Euro in den Spendenboxen zusammen. Insgesamt sind bei der Typisierung Kosten von 5460 Euro aufgelaufen. Jetzt fehlt noch der Kassensturz: Der Verkauf von Kuchen, Getränken und Essen kommt ebenfalls der Aktion zugute. „Wir sind sehr zufrieden“, stellte Feuerwehr-Urgestein Manfred Kaiser fest, und hoffte, dass unter den Typisierten tatsächlich Männer und Frauen dabei sind, deren Stammzellen ein Leben retten können.

Nachdrücklich wirbt die DKMS beim Kampf gegen Blutkrebs um Spender. Die Registrierung ist einfach: Mit einem speziellen Wattestäbchen wird ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen. Dann werden die Gewebemerkmale geprüft. Eine Stammzellentransplantation ist oft die einzige Überlebenschance für Betroffene. Allerdings findet nur jeder zehnte Patient einen passenden Spender. „Zudem fallen jedes Jahr etwa 5500 Spender aus Altersgründen wieder aus der Datei“, wie Mitorganisator Kevin Wiedemann erklärte.

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