Bürstadt

Ortsbeirat Gemeinde Biblis bewirbt sich sich als Träger

Änderung bei der; Schülerbetreuung geplant

Archivartikel

Nordheim.Die Gemeinde Biblis wird bei der Schulkindbetreuung in Nordheim und Wattenheim einsteigen, sofern der Kreis zustimmt. Das war Thema im Ortsbeirat Nordheim. Der Träger der Betreuung war bisher der Schulförderverein (SFV). Dem wurde das aber zu viel, und es war enorm schwierig geworden, neue Vorstandsmitglieder zu gewinnen.

„Es gibt etwa zwölf Personen, die der SFV als Mitarbeiter zu betreuen hat mit Abrechnung und Weiterem. Das geht weit über ein normales ehrenamtliches Engagement hinaus. Jetzt kann sich der Verein wieder auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrierten“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka. Für das neue Schuljahr hat sich die Gemeinde als neuer Träger beim Kreis beworben. Vor allem ging es auch darum, die bisherigen Mitarbeiter zu übernehmen.

„Ein neuer Träger könnte eigene Leute mitbringen, das war der Hauptgrund für unsere Bewerbung. Und, dass die hochwertige Betreuung zu einem vernünftigen Preis angeboten werden kann“, betonte der Bürgermeister. Wenn es mit der Trägerschaft klappt, wird sich der Zuschuss der Gemeinde von bisher 20 000 Euro auf 50 000 Euro erhöhen. Trotzdem müssen sich die Eltern darauf einstellen, dass die Gebühren etwas teurer werden.

Mit Risiko verbunden

Ein weiteres Thema während der Ortsbeiratssitzung war der Dorfladen. Inzwischen hat Kusicka mit Landwirt Arnd Biebesheimer gesprochen, der bereits sein Sortiment auf dem Apfelhof erweitert hat und darüber nachdenkt, den Laden zu vergrößern. „Ich kann aber niemand guten Gewissens dazu raten. Wenn der Laden kein Erfolg wird, muss die Familie das Risiko tragen“, war das Fazit des Bürgermeisters.

Die Gemeinde ist offen für Vorschläge, wie man die Nordheimer Bevölkerung in ein „Projekt Dorfladen“ einbinden könnte, um die Bereitschaft zu erzeugen, nicht nur den Laden zu besuchen, wenn man beim Einkauf was vergessen hat, sondern einen Großteil des Einkaufs dort zu tätigen. „Es kann nur gemeinsam funktionieren. Das ist eine große Herausforderung, wenn auch nicht unlösbar“, merkte Kusicka an.

Biebesheimer hat noch weitere Gespräche geplant, um sich über weitere Möglichkeiten zu informieren. „Ein wesentlicher Punkt wären noch Personalkosten“, sagt er, denn der Laden hat bisher nicht immer geöffnet.

Kusicka nahm Stellung zur Kritik, die in einem Flugblatt von Hans-Peter Fischer von der Freien Liste Biblis geäußert worden war. Darin sprach Fischer vom angedachten Ärztehaus als „Prestigeobjekt“ des Bürgermeisters. „Wir haben durch die Förderung des Stadtumbaus Zugriff auf rund sechs Millionen Euro Fördermittel. Ein Gesundheitshaus würde rund drei Millionen Euro kosten. 80 Prozent davon werden aus Fördertöpfen finanziert. Das ist die Chance, uns für die Zukunft zu positionieren“, betonte Kusicka.

Auch die Ortsteile sollten eingebunden werden. Er könnte sich einen Fahrdienst zu den Arztterminen vorstellen. Und auch über die Frage, ob Fachärzte tageweise nach Biblis geholt werden können, sei noch zu diskutieren. „Das Problem Ärztemangel ist nicht nur hier aufgetaucht, das gibt es auch in Bürstadt und Lorsch.“ Deswegen hätten sich Biblis, Bürstadt, Lampertheim und Groß-Rohrheim mit Lorsch und Einhausen zusammengeschlossen und forderten eine bessere ärztliche Versorgung. Anfragen wären schon eingegangen, zum Beispiel von einem Ergotherapeuten. „Das ist kein persönliches ‚Prestigeobjekt‘, sondern ein wichtiges Thema für die Zukunft“, so der Bürgermeister. cid

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