Bürstadt

Austauschprogramm Der Bürstädter Adrian Schnellbächer fliegt für zehn Monate in die Vereinigten Staaten

Amerika hautnah erleben

Archivartikel

Bürstadt.Für Adrian Schnellbächer war der 13. Februar 2019 ein besonderer Tag. Denn an diesem Tag erhielt der junge Bürstädter die Mitteilung, dass er im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms des Bundestages, ein Politik-Stipendium in den USA antreten darf.

„Ich werde in einer Gastfamilie in der Kleinstadt Adrian, in Bates Country in Missouri, leben“ erzählt der 16-Jährige. 80 Kilometer südlich von Kansas City gelegen, gehören zu seiner amerikanischen Gastfamilie zwei „Brüder“ im Alter von neun und 18 Jahren. Dort wird er die High School besuchen und will neue Freunde und Bekannte finden. Zudem möchte er seine Sprachkenntnisse verbessern und tief in die Kultur seines Gastlandes eintauchen. „Am 15. August fliege ich los“, berichtet der sportlich und sozial engagierte junge Mann. Er hat sich für sein Amerika-Jahr vom Schulbesuch beurlauben lassen. Nach seiner Rückkehr will er an der Karl-Kübel-Schule in Bensheim bis zum Abitur weiter machen und hat sich dort auch bereits angemeldet.

„Es hat mich schon immer interessiert“, gesteht der 16-jährige. Doch schnell wurde ihm klar, dass ein Auslandsjahr auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Folglich recherchierte der junge Mann eifrig im Internet und fand auf der Homepage des Bundestages seine ersten Informationen. Schon bald erhielt er von dort einen Stapel von Unterlagen, die es durchzuarbeiten galt. Debattierrunden, ein Selbstporträt in Form einer Collage und der Nachweis über gute Englisch- und Politikkenntnisse sowie Einzelgespräche folgten.

Kamen anfangs noch sieben Bewerber aus dem Kreis in die engere Auswahl, hatte Adrian in der Zwischenrunde nur noch einen Mitbewerber. Zu seinem Glück habe sich die damalige SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige Justizministerin Christine Lambrecht für ihn entschieden, berichtet Adrian weiter. Im Mai folgte ein Vorbereitungsseminar in Berlin und er traf sich mit „Patin“ Christine Lambrecht in Viernheim zum persönlichen Gespräch. „Sie hat mir sogar nach meinem USA-Aufenthalt ein Praktikum bei ihr angeboten“, freut sich Adrian auf weitere spannende Perspektiven. Auch wenn einige seiner Schulkollegen ein vermeintlich verpasstes Schuljahr als problematisch betrachten, freut er sich auf viele neue Eindrücke und Erfahrungen und ist sich sicher, dass er für sein zukünftiges Leben davon profitieren wird.

Zudem wird er während seines Aufenthaltes den amerikanischen Präsidentschaftswahlkrampf hautnah miterleben – sicher auch eine ganz besondere Erfahrung. Denn mittlerweile ist er „politisch sehr interessiert“. Während seine Mama – „die Besorgte in der Familie“ – dem Abenteuer USA sicherlich mit gemischten Gefühlen entgegen sieht, geht sein Vater „souverän“ damit um. Sein Bruder, so glaubt er, ist dagegen „fast ein bisschen neidisch“. Während seines Aufenthaltes sind Besuche aus der Heimat nicht vorgesehen.

Zum Abschluss seines Jahres als „Junior-Botschafter“ des Deutschen Bundestages ist eine Abschlusswoche in der Hauptstadt Washington geplant vorgesehen. Dort treffen sich dann auch alle Stipendiaten eines Jahres zum Gedankenaustausch.

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