Bürstadt

Sainäwwel Schauspieltruppe ehrt Karl-Hans Reischert für seine 325 Auftritte

Auf der Bühne voll in seinem Element

Bürstadt.Der 401. Auftritt der Sainäwwel endete mit einer Laudatio. Die Theatergruppe bedankte sich bei einem Schauspieler, der zum 325. Mal auf der Bühne stand: Karl-Hans Reischert.

Nach einer gesundheitlich bedingten Zwangspause im vergangenen Jahr konnte er diesmal wieder dabei sein und ist im aktuellen Stück voll in seinem Element. „Die Rolle des Hoteldieners Emil Schiller scheint ihm geradezu auf den Leib geschrieben zu sein, passt sie doch hervorragend zu seiner Art, Theater zu spielen“, wie Laudator Markus Winkler feststellte.

Karl-Hans Reischert stieß im Jahr 1988 zu den Sainäwweln und steht seitdem mit wenigen Unterbrechungen auf der Bühne. Er hat in all den Jahren vielen Rollen seinen Stempel aufgedrückt und jede seiner Figuren auf seine ganz eigene Art und Weise mit Leben erfüllt. Sei es der verklemmte Typ, wie im Jahr 2007 im Stück „Im Parrhaus is de Deiwel lous“, oder der korrekte Krankenhausdirektor 1996 bei „Solang’s die Kass bezehlt“. Im aktuellen Stück hat er als Hotelangestellter ein besonders einnehmendes Wesen und knöpft dem Minister einiges an Trinkgeld ab.

Unvergessene Szenen

Karl-Heinz Reischert hat bei seinen Auftritten viel erlebt. Ein prägendes Erlebnis aus dem Jahr 2005 gab Markus Winkler bei seiner Laudatio zum Besten: Beim Stück „Sou e Affetheater“ sollte Winkler Reischert mit einem Nachttopf k.o. schlagen. In den Proben hatte Reischert dazu stets einen Hut getragen, der mit Styropor ausgekleidet war. An besagtem Abend war der Hut wohl bei der vorherigen Aktion heruntergefallen. Winkler bemerkte das Fehlen des Hutes leider zu spät. So konnte der Schwung des Nachttopfes nicht mehr gestoppt werden und knallte gegen den Kopf von Karl-Hans Reischert.

Der Geehrte hat den Unfall jedoch gut überstanden und seine Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Herausforderungen im Theater einzulassen, hat nicht darunter gelitten. Nicht nur auf der Bühne sei er unverzichtbar, sondern auch hinter den Kulissen. Er ist im Vorstand des Vereins tätig und kümmert sich um all die Dinge, die so anfallen.

Als Anerkennung für seinen Einsatz erhielt Karl-Hans Reischert Blumen, Sekt und einen Gutschein für ein Essen – zusammen mit seiner Frau Gisela, die als Souffleuse seit vielen Jahren bei der Theatergruppe mithilft. Alle Aktiven schlossen sich den Glückwünschen an.

Für den weiteren Verlauf der Kampagne stehen die Zeichen gut, läuft es doch derzeit rund. Die Zuschauer im Bürgerhaus Riedrode sind bei allen Veranstaltungen durchweg begeistert. Nach Ostern gibt es weitere Aufführungen, für die noch Karten erhältlich sind. Die Verfügbarkeit kann zu den Öffnungszeiten der Bibliothek St. Michael unter 06206/1 30 94 09 erfragt werden. red

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