Bürstadt

Ausstellung Sozialverband präsentiert sich im Bürstädter Rathaus / Seit 100 Jahren Armut und vernachlässigte Kinder im Blick

AWO wirft Blick zurück in ihre Geschichte

Bürstadt.Seit 100 Jahren kämpft die Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Gerechtigkeit, Toleranz, Freiheit und Gleichheit. Besonders sozial schwache Menschen hat der Sozialverband dabei im Blick. Ein menschenwürdiges Leben und die Chance zur Teilhabe stehen dabei ebenso im Fokus wie Frauenrechte, für die sich schon die Gründerin Marie Juchacz 1919 in Berlin stark machte. Mit einem kleinen Teil ihrer Wanderausstellung präsentierte sich die AWO jetzt auch im Foyer des Bürstädter Rathauses.

Im Beisein von Bürgermeisterin Bärbel Schader hieß AWO-Kreisvorsitzender Ludwig Kern die Anwesenden zur Jubiläumskampagne willkommen. Und er machte deutlich, dass sich die Sorgen und Nöte der Menschen zwar verändert hätten, aber keinesfalls verschwunden seien. Dazu gehörten der demografische Wandel und der Fachkräftemangel, aber nach wie vor auch vernachlässigte Kinder und Herausforderungen, die Suchtkrankheiten mit sich bringen. All das mache die Suche nach Gerechtigkeit und Hilfe auch heute noch zu einer großen Aufgabe.

Ausgewählte Themen

Einen Blick zurück warf Sebastian Parker, Geschäftsführer der AWO Bergstraße. Nachdem der Verband 1919 gegründet wurde, verboten ihn die Nationalsoziallisten im Jahr 1933 wieder. Nach der Gründung der Bundesrepublik nahm die AWO am Wiederaufbau als sozialpolitischer Akteur aktiv teil.

Mit ausgewählten Themen nahm die Ausstellung Bezug auf wichtige Epochen der AWO. Von Anfang an kümmerte sich der Sozialverband um Kinder. Immer die Verbesserung der Lebensbedingungen im Blick, setzte er sich gegen den Hunger ein. Schon frühzeitig trat die AWO für das Konzept der gewaltlosen Erziehung ein. Der ungeliebten „Armenpflege“ setzte der Verband den Einsatz für ein modernes Fürsorgegesetz entgegen. Doch auch die Zukunft hatte Parker im Blick. „Nicht stehen bleiben und sich weiter entwickeln“ – das ist für ihn und die in zwölf Ortsverbänden organisierten Mitglieder wichtig. 120 Beschäftigte in sechs Fachbereichen sind bei der AWO täglich im Dienst der Menschen tätig.

„Es ist gut, dass wir Sie haben für ein starkes Miteinander“, stellte Bärbel Schader fest. Dabei ging es ihr nicht nur um eine gesunde Stadtentwicklung, sondern auch um den gemeinsamen Austausch. Nach wie vor steht schließlich die Idee im Raum, auf dem Beethovenplatz das neue Sozialzentrum der AWO zu bauen. Fell

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