Bürstadt

Fastnacht Bürstädter Prinzenpaar kommt zur Mundartgruppe / Viel Musik und ganz besondere Büttenreden

Babbeln über närrische Zeiten

Bürstadt.Jede Menge Lokalkolorit und lustige Anekdoten, gewürzt mit einer Prise Historie, Gedichten, Geschichten, Musik und Gesang in Hochdeutsch oder mundartlichem Gebabbel: Das sind die Zutaten, mit denen die „Bäschdädder Babbler“ sich schon in kürzester Zeit eine Fangemeinde geschaffen haben. Neben „Oberbabbler“ Frank Gumbel sind es unterschiedliche Akteure, die zu den jeweiligen Themenabende etwas beitragen. Passend zur fünften Jahreszeit hatten die Narren unter dem Motto „Bäschdadd – Hochburg vun de Fasdnachd“ auch im voll besetzten „Schützenhaus“ wieder einiges im Köcher.

Mit einigen kräftigen Schunklern von Musiker Manfred Winkler in Bewegung gebracht, schallte schon bald der Narrengruß „Helau“ durch den Bau. Damit wurde auch das Prinzenpaar Sabine III. und Prinz Michael II. gebührend begrüßt. Die wurden von großer Entourage begleitet und begrüßten die Gesellschaft, allerdings auf Hochdeutsch. Schon bald wanderte ihre Spendenbox zugunsten des Hospizes in Bensheim, des DRK und eines Bäumchens, das in der Glücksbaumallee gepflanzt werden soll, durch die Reihen.

Hemberger tritt als Glööckler auf

Mächtig über die Fastnacht lästerte der Lampertheimer Babbler Herbert Tiefel aus Hofheim. Aus Köln kommend, meckerte er, dass beim Umzug die Menschen „Guzel an den Schädel bekommen“. In seinem Element war auch Ex-Fastnachtsprinz Georg Hemberger. Täuschend echt mimte er Courage-Ordensträger Harald Glööckler und bereicherte den kurzweiligen Abend auch mit Gesang. Das gelang auch Manfred Winkler, der mit passenden Liedern einzelne Vorträge in Szene setzte.

Schöner, besser und größer als im Odenwald sei die Fastnachtstradition im Ried. Davon ist Fastnachts-Urgestein Inge Kilian überzeugt. Sie berichtete von umgeschneiderten Fastnachtskostümen und der damit einhergehenden Verwandlung vom Chinesen hin zum Fliegenpilz. Seit über 40 Jahren Mitglied des Bürstädter Fastnachtsclubs, begleitete sie zudem Prinzessin Sabine III. in ihrer ersten Regentschaft in der Limousine. Auch wenn sie manchmal glaubt, für den „Kokolores“ zu alt zu sein, fängt sie immer wieder Feuer bei den ersten Tönen von „Ritz am Boa“. Nostalgischen Erinnerungen frönte auch Gerhard Winkler, der in den 1970er Jahre den „Lumpenball“ erfand. Zudem stöhnte er über Spenden und Steuern und gab zu, mit viel Essen und Trinken die Vereine und ihre Feste kräftig zu unterstützen.

Gesanglich auf der Höhe war einmal mehr Roland Weinz, der mit dem „Lewerwordschdebrod“ zum Beatles-Song „Yellow Submarine“ für Stimmung sorgte. In Erinnerung schwelgte die Lambertheimer Babblerin Kerstin Zecher, die mit Kalle Horstfeld mittlerweile fast zum Inventar gehört. Doch zum Fastnachts-Babblertreffen gehören natürlich auch Büttenreden. Hier brachten Elke Kany und Monika Kroker ihr närrisches Talent ein.

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