Bürstadt

Politik SPD-Kreistagsfraktion besucht Zusammenschluss der Landwirte in Riedrode

Bauern stellen Verband vor

Archivartikel

Riedrode.Mit der Koordinierung der Brunnen und Beregnung der Felder hat alles vor Jahrzehnten begonnen, heute hat sich der Beregnungs-, Boden- und Landschaftspflegeverband Hofheim zu einem großen Dienstleistungspartner für Landwirte im Kreis Bergstraße weiterentwickelt. Neben der Betreuung von 900 Brunnen im Gebiet verfügen die Landwirte auch über einen breit aufgestellten Fuhrpark an landwirtschaftlichen Geräten. Über die Aufgaben des Verbandes informierten sich die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion direkt vor Ort, an den verbandseigenen Hallen in Riedrode.

„Viele wissen gar nicht, was wir alles machen“, erklärten Geschäftsführer Sebastian Heiser und Verbandsvorsteher Reiner Lameli. Dem Beregnungs-, Boden- und Landschaftspflegeverband Hofheim haben sich etwa 300 Landwirte aus der Region angeschlossen. Gemeinsam können landwirtschaftliche Maschinen kostengünstig für alle angeschafft, in Stand gehalten und gemeinschaftlich genutzt werden. Rund 250 Maschinen stehen bereit, die teils saisonal von Fachkräften gefahren werden, teils von den Landwirten selbst. Rüben- und Kartoffelroder gehören ebenso dazu wie Mähdrescher, Bodenbearbeitungsgeräte oder Geräte zur Beregnung der Felder.

„Wir verfügen über die Wasserrechte von 900 Brunnen im Kreis Bergstraße, die um die 20 Meter tief sind“, erklärte Heiser. Das Grundwasser liege aktuell in einer Tiefe von zwei bis drei Metern. Der Verband koordiniert die Nutzung sowie die Menge an Wasser, welche von den Landwirten gefördert werden darf.

„Aus dem Zusammenschluss der Landwirte für die Beregnung entstand vor über 60 Jahren der Verband“, erklärte Lameli. Damals wurde vor allem das Futter für das Vieh bewässert, inzwischen sind es auch andere Feldfrüchte. Die Brunnen, deren Wasserqualität jährlich geprüft wird, dienen der Beregnung von etwa 10 000 Hektar Ackerfläche. „Feldberegnung ist zudem aktiver Trinkwasserschutz“, betonte Lameli. Denn die landwirtschaftliche Nutzung der Ackerböden stabilisiere die Filtereigenschaften der Böden. So werde Regenwasser zu Trinkwasser.

Die Landwirte und Vorstandsmitglieder aus Bürstadt, Riedrode, Einhausen, Groß-Rohrheim und Lorsch beklagten zudem das schlechte Image der Landwirte in der Gesellschaft und dass deren Tätigkeit wenig akzeptiert werde. Wenn einmal im Jahr der Mähdrescher über das Feld fahre, gebe es schon Beschwerden. Dabei gehe es mit den großen landwirtschaftlichen Maschinen sehr viel schneller als vor ein paar Jahren. Innerhalb von kurzer Zeit sei ein Feld fertig bearbeitet.

Gemeinsamer Fuhrpark hilfreich

Als Beispiel nannten die Landwirte die Rübenernte. Saßen sie früher fast einen ganzen Tag auf der Maschine, um ein Feld abzuernten, schaffe ein Rübenroder dies in wenigen Stunden. Zwei Rübenroder sind für den Verband im Einsatz und ernten die Flächen von 150 Landwirten ab.

Gerade der gemeinsame Fuhrpark biete den angeschlossenen Landwirten enorme Vorteile. Dadurch könnten moderne Maschinen finanziert werden. „Es geht uns nicht um Profit, sondern um die kostengünstige Unterstützung der Landwirte“, betonte Sebastian Heiser.

Die Finanzierung laufe über die Mitgliedsbeiträge, die sich auf zwei Euro pro bewirtschaftetem Hektar belaufen, über Nutzungsgebühren für Maschinen und eine zweiprozentige Bearbeitungsgebühr für die Geschäftsstelle in Riedrode. Dort wird alles mit den Landwirten koordiniert. Es gibt zwar einen Zuschuss von 7000 Euro für die Büroräume, jedoch finanziert sich der Verband vorwiegend aus eigenen Mitteln.

Gut zwei Stunden dauerte die Führung durch die Hallen. Die Besucher fragten interessiert nach, darunter auch Kreisbeigeordneter und Landratskandidat Karsten Krug, der als Umweltdezernent des Kreises Bergstraße teilnahm. Für die SPD-Fraktion, so deren Vorsitzender Josef Fiedler, sei es wichtig, Probleme und Belange der Landwirtschaft aus erster Hand zu erfahren.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional