Bürstadt

Indoorspielplatz Arbeiten am Außenbereich verschieben sich auf Frühjahr / Betreiber wartet auf Genehmigung vom Kreis / Biotop noch nicht wieder hergestellt

Baustelle statt Wasserspielplatz am Dschungelcamp

Bürstadt.„Sandkästen, Rutschen, Wasserspiele: Das ist alles im Bebauungsplan genannt“, sagt René Spindler und zeigt auf Unterlagen vom Juni 2018. „Ich dachte, es wäre alles geklärt.“ Der Betreiber des Indoorspielplatzes Dschungelcamp in Bürstadt schüttelt den Kopf und schaut auf die Baustelle vor seiner Halle. Geräte für einen Spielplatz, Rutschen und Bodenplatten liegen dort bereit, um installiert zu werden. Das Kreisbauamt habe einen Baustopp verhängt. Bis Redaktionsschluss gab es vom Kreis keine Informationen zu den Gründen.

„Die Nutzung des Außengeländes ist genehmigungsfähig, aber der Betreiber hätte dies fristgerecht beantragen müssen“, erklärt Bürgermeisterin Bärbel Schader gestern Abend noch auf Anfrage. Die Genehmigung werde allerdings beim Kreis bearbeitet. Ursprünglich wollte Spindler den Außenbereich zu den hessischen Sommerferien Ende Juni fertig haben. „Die Ferien sind zu Ende, jetzt brauche ich das nicht mehr.“ Er hofft, seinen Aquapark für den kommenden Sommer realisieren zu können. Mit einem attraktiven Wasserspielplatz wollte Spindler die heißen Tage überbrücken. Geplant hat er Sandkästen mit Liegestühlen und vielen Palmen, einen Grillplatz sowie Rutschen und Düsen. Weil das nicht klappte, stellte er im Juli eine aufblasbare Rutsche ins Freie.

Den Rollrasen habe er direkt zurückgegeben, als klar war, dass er das Gelände nicht fertig gestalten kann. Zwischen den riesigen Masten, die früher den Tennisplatz ausgeleuchtet haben, wollte Spindler ein großes Sonnensegel spannen. „Allerdings werden wir die 3000-Watt-Strahler in LED umrüsten, um Energie zu sparen.“ Eilig hat er es jetzt nicht mehr, er peilt das kommende Frühjahr an – sofern die Genehmigung dann vorliege.

Das zweite Problem liegt dahinter: Das Biotop für Frösche und Eidechsen ist im Herbst unter einer Schicht Schotter verschwunden. Als Amphibienteich habe er die Senke nach dem heißen Sommer 2018 nicht erkennen können. „Es war einfach nur eine Mulde, und die haben wir aufgefüllt“, erzählt Spindler. An der Stelle hatte er zu Halloween ein Horrorcamp aufgebaut. Später sollten dort Parkplätze entstehen.

Naturschützer und Grüne in Bürstadt hatten sein Vorgehen scharf kritisiert. Spindler ist bewusst, dass er das Biotop auf eigene Kosten neu anlegen muss. Das hätte bereits passiert sein sollen, doch er bat um Aufschub. Er wollte den Teich lieber hinter seinem Gelände anlegen und dafür städtischen Boden pachten oder kaufen. Das lehnte die Stadt aber ab. „Das Biotop muss er auf seinem Grundstück wieder herstellen“, sagt Schader. Das habe ihm auch die Untere Naturschutzbehörde zur Auflage gemacht. Zudem müsse er es umzäunen – aus Sicherheitsgründen wegen der Kinder.

Mit seinem Betrieb laufe es dagegen rund, betont Spindler. „Wir sind super zufrieden mit den Besucherzahlen und bekommen viele positive Rückmeldungen.“ Deshalb investiere er stets weiter. Diese Woche will er noch einen sieben Meter hohen Freefalltower aufstellen, der sich für Kinder ab drei Jahren eigne.

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