Bürstadt

Eintracht Bürstadt Holger Kreiling bringt Vorsitzenden zum Umdenken

Beckerle macht doch weiter

Archivartikel

Bürstadt.Bis vor wenigen Tagen war sich Rainer Beckerle sicher: Bei der Jahreshauptversammlung würde er nicht mehr als erster Vorsitzender des SV DJK Eintracht Bürstadt kandidieren. „Angedacht war, dass ich das Amt bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung weiter kommissarisch ausübe. Wenn sich dann kein Nachfolger gefunden hätte, hätte ich ein Weitermachen zumindest nicht ausgeschlossen“, räumt Beckerle im Gespräch mit dem Südhessen Morgen ein.

Seit Samstagabend ist jedoch klar: Die seit 2008 währende Ära Beckerle geht in die Verlängerung. Bei der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim der Eintracht bestätigte die Mitgliederrunde den 58-Jährigen für zwei weitere Jahre im Amt. Mehr noch als Beckerles Rolle rückwärts verblüffen die Umstände, die den Vorstandsboss zum Umdenken bewogen haben. Seit vergangener Woche ist nämlich Holger Kreiling Eintracht-Mitglied. Kreiling, früher Teil der kooperativen Vereinsführung der SG Riedrode, wurde als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Er soll die Vereinsführung in den Bereichen Sponsoring und Vermarktung unterstützen.

„Holger Kreiling ist einer der Gründe, warum ich mich umentschieden habe. Er hatte Interesse bekundet, aktiv bei uns mitzuwirken“, erläutert Beckerle und nennt Kreiling einen Mann „vom Fach“. Der Kontakt sei über den zweiten Vorsitzenden Marco Schwaier zustande gekommen, präzisiert Beckerle. Am vergangenen Mittwoch habe es dann ein „intensives Gespräch“ zwischen Kreiling, Schwaier, Becker und Fußball-Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher gegeben.

Eine Herzensentscheidung

„Da haben wir gemerkt, dass wir ziemlich gleich ticken“, meint der neue und alte Vorsitzende – und präzisiert: „Er hat sein Engagement davon abhängig gemacht, dass ich Vorsitzender bleibe.“ Weil auch die anderen Anwesenden und seine Frau Silvia, Geschäftsführerin bei der Eintracht, darauf gedrängt haben, ließ es Beckerle nicht auf eine außerordentliche Versammlung ankommen. „Sie haben mich nachdrücklich davon überzeugt, dass es besser ist, wenn ich mich gleich wählen lasse“, sagt der Mann, der eigentlich kürzertreten wollte: „Es war eins vor zwölf – aber es ist eine Herzensentscheidung.“ Neben Beckerle wurden auch Hauptkassiererin Birgit Keinz und Schriftführerin Traudel Wahlig für zwei weitere Jahre bestätigt. Neu als Kassenprüfer ist Georg Berg.

Warum das Vertrauen der Mitglieder in Rainer Beckerle so groß ist, zeigte sich auch in den Abteilungsberichten. Reiner Künstler, der stellvertretende Abteilungsleiter Fußball, berichtete freudig über den erstmaligen Aufstieg der ersten Mannschaft in die Gruppenliga. Nach dem Durchmarsch von der A-Klasse in die siebte Liga konnte die Elf von Spielertrainer Benjamin Sigmund die Klasse souverän halten.

Im Jugendförderverein (JFV) Bürstadt stellt die Eintracht mit 110 von 230 Junioren die höchste Spielerzahl aller vier beteiligten Fußballvereine. Beckerle, der den Bericht der Jugend stellvertretend für Carmelo Accascio verlas, dankte außerdem dem als Gast anwesenden JFV-Jugendkoordinator Rainer Uhrig für seinen umtriebigen Einsatz.

Im JFV bringt sich die Eintracht seit dem 1. Juli 2018 von der A- bis zur G-Jugend ein. Zuvor hatte sich die Kooperation auf die A- bis D-Jugend beschränkt.

Fürs Ehrenamt ausgezeichnet

Bei den Altherren bildet die Eintracht mit dem SV Bobstadt eine harmonierende Spielgemeinschaft, berichtete Abteilungsleiter Schwaier. Er lobte den AH-Spielausschuss um Dirk Schmitzer (Bobstadt) und Andreas Brammer für die sehr gute Koordination, etwa bei der Belegung der Plätze. Mit Lukas Paul stellte die Eintracht 2018 außerdem einen Ehrenamtssieger im Kreis Bergstraße. Der 21-Jährige trainierte mit 14 erstmals eine Jugendmannschaft und wurde in der Kategorie „Junges Ehrenamt“ ausgezeichnet.

440 Mitglieder weist die Bürstädter Eintracht derzeit auf, darunter knapp 160 Aktive. „Es war ein durchweg positives Jahr“, hielt Beckerle im Vorstandsbericht fest. Der Dank des Vorsitzenden galt nicht zuletzt Markus Keilmann vom Schützenhof, der dem Verein eine Grillhütte für den Verkauf während der Heimspiele bereitstellt, und den beiden Fördervereinen.

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