Bürstadt

Parteien Mitglieder wählen Uwe Koch und Klaus Alfoeldi zum neuen Vorstand / Fraktionschef Uwe Metzner tritt 2020 noch mal an / Neue Mitstreiter

„Bei den Grünen, weil nur zu meckern doof ist“

Bürstadt.Der Ortsverein der Grünen in Bürstadt hat am Donnerstagabend einen neuen Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender ist Uwe Koch (58), der zweite Mann heißt Klaus Alfoeldi (51). Koch löst Uwe Metzner in der Funktion des Vorsitzenden ab. Metzner (64) behält aber den Fraktionsvorsitz im Stadtparlament inne. Aus den Reihen der Frauen im Ortsverein gab es zunächst keine Bereitschaft, ein drittes Vorstandsamt zu übernehmen.

Metzner gab seiner Freude darüber Ausdruck, von einer über einhundertprozentigen Steigerung der Mitgliederzahlen berichten zu können. Das mache nun endlich die Trennung der Ämter des Partei- und des Fraktionschefs möglich. Und beide, Fraktion und Ortsverein, könnten nun mehr Energie in die jeweiligen Aufgaben stecken. Die Fraktion sei lange identisch mit dem Ortsverein gewesen, sagte Metzner. Das haben sehr viel Kraft gekostet. Auf Nachfrage erklärte er, der Ortsverein zähle aktuell zwölf Mitglieder. Weiterer Zuwachs sei in Aussicht. „Ich habe entsprechende Anfragen.“

Uwe Koch, der neue Chef im Ortsverein, ist verheiratet und hat einen Sohn. Koch ist Leiter der naturwissenschaftlichen Ausbildung bei Roche in Mannheim. Mit Blick auf die Kommunalwahl in eineinhalb Jahren sei sein vorderstes Ziel, einen schlagkräftigen und dynamischen Ortsverein auf die Beine zu stellen. Dies nicht zuletzt auch, um einen starken Gegenpol zu den rechten Kräften von der AfD zu bilden, die er im kommenden Stadtparlament wähnt.

Grundsätzlich sei der grüne Gedanke in Bürstadt stärker in den Vordergrund zu rücken. Ziel müsse auch sein, den Online-Service der Verwaltung für die Bürger auszubauen. Außerdem bräuchten die Grünen weiterhin neue Mitglieder. Koch: „Wir sind hier alle nicht mehr die Jüngsten.“

Der promovierte Chemiker Klaus Alfoeldi unterrichtet in einer Berufsschule. Er sei Anfang des Jahres zu den Grünen gestoßen, „weil nur zu meckern doof ist“. Auch für ihn sei der zunehmende Rechtspopulismus ein Beweggrund gewesen, politisch aktiv zu werden, sagte Alfoeldi.

Uwe Metzner hatte zu Beginn der Mitgliederversammlung die jüngsten Aktivitäten der Fraktion zusammengefasst und ebenso betont, grüne Ansprüche müssten wieder deutlicher vertreten werden. Metzner: „Die CDU kann ja nur die Äcker zubauen.“

Am Rande der Versammlung zu seiner eigenen politschen Zukunft gefragt, sagte Metzner, er werde auf jeden Fall zur Kommunalwahl 2020 noch einmal antreten. „Ich habe inzwischen einen großen Bekanntheitsgrad, und es braucht solche Zugpferde“, sagte er. Möglicherweise würde er sich in der kommenden Legislaturperiode dann langsam zurückziehen, so der 64-Jährige.

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