Bürstadt

Ehrenamt Brandschützer in Riedrode wollen Bevölkerung aufrütteln / Löscheimer mit Zetteln verteilt

Bei der Feuerwehr brennt’s

Archivartikel

Riedrode.Stellen Sie sich vor, Ihr Haus brennt. Sie rufen die Notrufnummer 112 und warten auf das Eintreffen der freiwilligen Brandschützer. Doch nichts geschieht. Sie sehen Ihr Hab und Gut zum Raub der Flammen werden und können nichts tun. Es sei denn, Ihre Brandschützer haben Sie mit einem Löscheimer versorgt. Nun müssen Sie – hoffentlich gemeinsam mit Nachbarn – eine Eimerkette bilden und versuchen, das Feuer selbst löschen. Noch ist es nicht so weit: Doch die Zeichen stehen auf Sturm. Denn den Feuerwehren gehen die Einsatzkräfte aus.

Mit einer „Löscheimeraktion“ macht die Feuerwehr Riedrode auf ihre immer prekärer werdende Situation aufmerksam. Dazu hat der Feuerwehrverein 400 rote Löscheimer angeschafft und sie an alle Ried-roder Haushalte verteilt. Darin liegen Zettel mit Hinweisen zum Verhalten im Brandfall. Doch keiner mag sich vorstellen, was geschieht, wenn die Ehrenamtlichen einmal wirklich nicht mehr rechtzeitig zur Stelle sind. Neben dem Verlust von wertvollem Hab und Gut stehen nicht selten Menschenleben auf dem Spiel.

„Unsere Einsatzabteilung ist auf 23 Mitglieder geschrumpft“, erklärt Wehrführer Sascha Brutscher. Für ihn ist es höchste Zeit, weitere Mitstreiter für den Dienst an der Allgemeinheit zu finden. Denn im Gegensatz zu früher, als die meisten Feuerwehrleute noch in der Nähe ihres Heimatortes gearbeitet haben, müssen sie heute weite Strecken bis zum Einsatzort zurücklegen. Denn die Elektriker, Landwirte, Ingenieure, Maurer und kaufmännischen Angestellten gehen einem alltäglichen Beruf nach und stellen einen großen Teil ihrer Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit. Eines steht dabei fest: Ohne freiwillige Helfer keine Hilfe!

Infos beim Tag der offenen Tür

Mit ihrer ungewöhnlichen Aktion wollen die Brandschützer die Bevölkerung aufrütteln und für das dringende Problem sensibilisieren. Aufgerufen sind Männer und Frauen aus allen Berufen. Jeder erhält eine gute Ausbildung und wird, so ist es im Gesetz verankert, vom Arbeitgeber im Einsatzfall und während einer Fortbildung freigestellt. Zudem führen die Brandschützer bereits Kinder ab sechs Jahre an das Ehrenamt heran.

Wer mehr wissen möchte, hat am Tag der offenen Tür am Sonntag, 10. Juni, ab 10 Uhr in Riedrode die beste Gelegenheit, sich bei den Einsatzkräften zu informieren. Auch ein Blick in die modernen Löschfahrzeuge und das Gerätehaus ist möglich. Dazu werden die Gäste mit Speis und Trank verköstigt. Zudem sollen die Besuchskinder auf ihre Kosten kommen.

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