Bürstadt

Aschermittwoch Bürstädter verabschieden sich unter großem Wehklagen von „Schwester Fastnacht“ im Vereinsheim der BRSG

Bei närrischer Beerdigung fließen viele Tränen

Archivartikel

Bürstadt.Groß waren die Trauer und das Wehklagen der Narren an Aschermittwoch, als sie sich zur Beerdigung der Fastnacht im Vereinsheim der Behinderten- und Reha- Sportgemeinschaft (BRSG) in der Nibelungenstraße trafen. Das klagende Schluchzen der ganz in Schwarz gekleideten Vertreter der Karnevalsvereine und der Mitglieder der Vereins-AG war sicherlich bis weit in die Stadtmitte Bürstadts zu hören. Viele bittere Tränen wurden geweint beim Abschied nehmen von „Schwester Fastnacht“.

„Vorbei sind die lustigen Tage, es tut das Herz uns weh, Fastnacht ade“: Sandra Beilstein, die Präsidentin der Vereins-AG, hielt die Trauerrede am offenen, mit grünem Samt ausgeschlagenen Sarg. Mit viel Wehmut in der Stimme ließ sie die vielen Höhepunkte der Kampagne 2018/2019 Revue passieren, bevor sie die „Insignien der närrischen Macht“ – Konfetti, Luftschlangen und natürlich Weck, Worscht un Woi“ – in die Grabstätte der fünften Jahreszeit legte. „Im hohen Alter von 114 Tagen ist sie von uns gegangen – uns bleiben nur noch Tränen und Schmerz.“

Als letzten Gruß für die Verblichene stimmte die Narrengemeinde mit „Fastnacht Ade“ ein schmachtendes Klagelied an, bevor sich der kleine Sarg dann endgültig schloss. Es folgten die Fürbitten der Jecken, die mit einem weinenden und einem lachenden Auge schon wieder weiter dachten: an das „Überstehen der freudlosen Zeit“ bis zum 11.11. 2019. Dann dürfen sie ein Wiedersehen mit „Lady Karneval“ feiern.

Prinzessin Manuela II. und Prinz Marcel II., die närrischen Regenten der Session, verabschiedeten sich mit letzten wohlgereimten Trauerversen von ihrer Gefolgschaft und gaben den Stadtschlüssel, den sie an Altweiberfastnacht vor dem Rathaus erobert hatten, an Bürgermeisterin Bärbel Schader zurück.

Die rechtmäßige Schlüsselherrin ging ebenfalls auf die fünfte Jahreszeit mit ihren zahlreichen Highlights ein und bedankte sich in „wohlgesetzten Worten“ beim Ex-Prinzenpaar und den Vorstandsmitgliedern der Vereins-AG mit dem Vorsitzenden Steffen Schweiker an der Spitze für deren unermüdliches Engagement. Schader stellte rückblickend und stellvertretend für die versammelte Trauergemeinde fest: „Es war eine tolle Zeit – was uns bleibt, ist die Erinnerung.“ Anschließend kondolierten die Vereinsvertreter Frank Reichmann und Patrick Brenner vom HCV, Marcel Kilian und Hans Ludwig vom SKK sowie Eva und Gabriele Hofer vom BFC. Alle überbrachten „letzte Worte des Dankes“ an die „Stadtregenten a.D.“ und hatten jeweils einen Blumengruß und ein „flüssiges Merci“ im Trauergepäck.

„Auf ausdrücklichen Wunsch der Verblichenen“ zog sich die Trauergemeinde danach zum „Leichenschmaus“ in die Räumlichkeiten der BRSG zurück. Im „ewigen Gedenken an Schwester Fastnacht“ gab es ein Heringsessen. Den trauernden Jecken blieb nur ein echter Trost: In spätestens 243 Tagen gibt es ein Wiedersehen mit „Lady Karneval“ sowie jeder Menge Helau und Narrhallamarsch. beh

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