Bürstadt

Nikolaus Feuerwehr und Brunnebutzer sorgen für vorweihnachtliches Programm

Bescherung am Riedroder Dorfbrunnen

Riedrode.Vielerorts ist der Nikolaus ja so beschäftigt, dass er nur bei lieben Kindern und ihren Familien durch den Kamin saust, im Wohnzimmer schnell die aufgestellten Stiefel füllt und sich dann hurtig wieder mit seinem Rentierschlitten auf den Weg macht, um weitere Kinder zu beglücken. Ganz anders in Riedrode. Den Nikolausabend hat sich der Mann mit der roten Kutte und dem Rauschebart schon seit Jahren fett in seinem Kalender angestrichen. Schließlich kann er dort viele Kinder gleichzeitig beschenken und kommt deshalb mit seiner vielen Arbeit nicht ins Hintertreffen.

Auch in diesem Jahr warteten die Knirpse gespannt rund um den Dorfbrunnen und im Licht eines geschmückten Weihnachtsbaumes auf den heiligen Mann. Während der Duft von Glühwein und Kinderpunsch über den Dorfmittelpunkt wehte und leise Musik auf die Adventszeit einstimmte, hörte man ein schepperndes Geräusch. „Ich glaub’ der Nikolaus kommt“, wisperte ein kleiner Junge. Dick eingemummelt und sichtlich nervös lugte er um die Ecke. Und tatsächlich – da war er. Begleitet von zwei wunderschönen Engeln zog der Nikolaus einen mit vielen Geschenken beladenen Bollerwagen hinter sich her. Den Bischofsstab und die in goldenes Papier eingeschlagene Bibel in der Hand, kam er sofort ins Gespräch mit der gespannt wartenden Menge. „Ward ihr auch alle brav?“, lautete seine schon fast obligatorische Frage. Das konnte der Riedroder Nachwuchs mit einem klaren „Ja“ beantworten. Nikolaus Stephan Thomas erzählte den Kindern, warum er gekommen war, und bezeichnete sich als „Vorboten des Christkindes“. Natürlich hatte er auch die eine oder Bitte. So wollte er kleine Gedichte hören und mit allen Beteiligten das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ singen. Erst danach wurden die wunderschön verpackten Geschenke verteilt.

Die hatten Eltern und Großeltern im Vorfeld bei Renate und Edgar Wilker abgeben können. Die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr hatten diese wie in den Vorjahren gesammelt und alles, was nicht in den Bollerwagen passte, mit dem Mannschaftstransportfahrzeug zum Dorfbrunnen gebracht. Dort hatten sich die Freiwilligen um Aufbau, Licht- und Tonanlage gekümmert. Dazu sorgten die Brunnebutzer, der ortsansässige Fastnachtsverein, für heiße Getränke und kleine Snacks.

„Ich war als Kind auch schon ein Engel“, erzählte Britta Rennert, deren Tochter Marit die Tradition heute fortsetzt. Denn obwohl der Aufwand für die Traditionsveranstaltung hoch ist – Wehrführer Sascha Brutscher hatte 17 Leute abgestellt – und der Erlös aus dem Getränke- und Snackverkauf sich in Grenzen hält, wollen die Feuerwehrleute, gemeinsam mit den Brunnebutzern dieses Fest am Leben erhalten. Fell

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