Bürstadt

Bildung Mit einem fröhlichen Fest feiert die Erich Kästner-Schule das Ende der Bauarbeiten / Schulhof ist 2019 an der Reihe

„Besser kann es nicht sein!“

Archivartikel

Bürstadt.Ein wunderschönes Bild zum Abschluss: Unzählige knallrote Luftballons steigen in den blitzeblauen Himmel auf. „Nun kann ganz Bürstadt sehen, wie wir uns freuen“, ruft Schülersprecher Salvatore di Bernado ins Mikrofon, begleitet vom lauten Freudengeschrei der Erich Kästner-Schüler. Endlich ist die Sanierung abgeschlossen, die Jungs und Mädchen können sich das Haus zurückerobern.

Fünf Jahre Bauzeit sind um: ein Anlass, um kräftig zu feiern. Deshalb ist schulfrei, berichten die jungen Leute am Schulhoftor, bevor sie die Gäste galant zu ihren Plätzen geleiten. Kein Unterricht. Und trotzdem ist der Hof voller Schüler, die mit strahlenden Gesichtern – und ohne allzu schlimmen Lärm zu verursachen – eineinhalb Stunden durchhalten und Grußworte und Glückwünsche entgegen nehmen.

Eine große Bühne steht vor dem Sekretariat bereit, auf dem Schulchor und EKS-Band auf ihren Einsatz warten. „Ein Hoch auf uns“, stimmen sie an. Und der Text von Andreas Bourani passt haargenau: „Wer friert uns diesen Moment ein, besser kann es nicht sein“ – die Schüler im Hof kennen die Zeilen auswendig und singen kräftig mit.

Kein Pressluftgehämmer, kein Staub, kein Lärm. Und keine Arbeiter mehr, die regelmäßig und lautstark „Atemlos“ schmettern, wenn im Klassenzimmer eigentlich Mathe unterrichtet wird, wie Schulleiterin Stephanie Dekker (kleines Bild, links) schmunzelnd berichtet. Lehrer wie Schüler freuen sich riesig, dass sie ihr Haus wieder in Besitz nehmen dürfen. Allerdings bedankt sich Dekker besonders bei allen Handwerkern, weil der „kurze Draht“ bestens funktioniert hat: Bei Prüfungen und Klassenarbeiten herrschte Ruhe auf der Baustelle.

Neben den Mitschülern und Lehrern sieht die EKS-Leiterin die Räumlichkeiten als „dritten Pädagogen“ – und erinnert damit an einen Gedanken der Montessori-Pädagogik. „Es wird niemand bestreiten, dass die Lernumgebung eine wichtige Rolle spielt“, sagt Stephanie Dekker.

Für Bürgermeisterin Bärbel Schader (kleines Bild, Mitte) ist das neue Schulgebäude das „Treibhaus der Zukunft“. Sie sieht eine moderne Schule als wichtige Werbung für eine Stadt und geradezu als entscheidend, wenn junge Familien über einen Umzug hierher nachdenken.

Die nächste Baustelle wartet allerdings schon auf die EKS-Familie: Der Hof wartet dringend auf seine Umgestaltung, im Frühjahr 2019 soll es losgehen. „Bewegungsorientiert“ lautet die Vorgabe, wie Daniela Vogel vom Schulamt ankündigt. Der kleine Birnbaum, den sie für die Streuobstwiese auf dem EKS-Areal mitgebracht hat, könnte vielleicht schon im nächsten Herbst leuchtende Früchte tragen, hofft sie.

Bei all dem Glanz im frisch sanierten Gebäude wies Personalrat Alexander Schubert aber auch auf eine „Schattenstelle“: Die neuen Whiteboards – digitale Tafeln – in den Klassenzimmern warteten seit etwa einem Jahr darauf, angeschlossen zu werden. „Da freuen wir uns sehr darauf“, sagt Schubert.

Nach der Tanz AG – „tolle Choreographie“, lobt Moderator und Schülersprecher Adrian Schnellbächer (kleines Bild, rechts) den Auftritt – übernimmt die Schülervertretung das Wort. „Der Umbau hat enorme Vorteile für uns: einen eigenen Raum“, berichten Schnellbächer und seine Mitstreiter Kim Szekely und Salvatore di Bernado. Dort halten sich jetzt in den großen Pausen regelmäßig Ansprechpartner für die Jungen und Mädchen bereit. „Ihr müsst vorbeikommen“, laden die drei ein.

Vertrauenslehrer Michael Feick erfüllt dann noch gewissenhaft den Auftrag der Schüler, einige Dankesworte zu sprechen. Dabei richtet er sich an Hausmeister und Sekretärinnen – und auch an Kreis und Stadt. Zum Schluss weist er noch mal vehement auf die Rolle der Steuerzahler hin: „Eure Eltern haben das bezahlt!“, ruft er in die Schülermenge. Und erntet dafür tosenden Jubel.

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