Bürstadt

Kirche Pfarrer Peter Kern führt Prozession zu Fronleichnam an

„Beten für alle, die hier wohnen“

Archivartikel

Bürstadt.Gleich nach dem Gottesdienst in St. Michael, wo auch der erste Altar stand, startete die Prozession zu Fronleichnam gestern in Bürstadt. Viele Anwohner hatten ihre Häuser mit Flaggen in den Farben der katholischen Kirche – Gelb und Weiß – bestückt. Es gab auch alte bestickte Fahnen, auf denen zu lesen war: „Gelobt sei das allerheiligste Sakrament“ und „Gelobt sei Jesus Christus“.

Ganz vereinzelt hatten Bewohner Blüten auf die Straße gestreut, um den Weg zu St. Peter zu schmücken. Die Monstranz wurde von Pfarrer Peter Kern getragen. Er schritt unter dem Baldachin, den wie immer die Männer der Freiwilligen Feuerwehr hielten. Die Katholische Kirchenmusik spielte, immer wieder sangen die Teilnehmer.

An jedem Altar sprach Pfarrer Kern Gebete und Segen und zitierte aus dem Neuen Testament. Am Marktplatz hatten wie üblich der Julia-Kreis und die Familie Rohatsch den Altar gerichtet. Sie waren seit 8 Uhr dort, stellten die Rückwände auf, an denen der Altar aufgebaut wurde und arrangierten den Blumenschmuck. Der wurde von den Bürstädter Gärtnereinen Brechenser und Bartosch gespendet.

Gemeinsames Frühstück

„Dieses Mal waren es sehr viele Blüten und weniger Blumentöpfe. Da haben wir uns das Motiv mit dem Kelch aus Pfingstrosenblüten und der Hostie darüber mit Sonnenstrahlen ausgedacht“, erklärte Angela Rohatsch. Es sah wunderschön aus. „In Bürstadts Mitte haben wir uns versammelt, um für alle zu beten die hier wohnen und arbeiten. Viele fühlen sich verloren und beklagen die zunehmende Anonymität. Die Stadt kann uns Gefühle der Heimat und Solidarität geben“, so Pfarrer Kern.

„Hilf, dass sie Menschen finden, mit denen sie sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens begeben können“, lautete die Fürbitte. Ebenso wurden für die Kommunionkinder und die Firmlinge Fürbitten vorgetragen. Sie sollen die Liebe Gottes spüren und merken, dass sie bei der Suche nicht auf sich allein gestellt sind. Pfarrer Kern wandte sich noch einmal an die Kommunionkinder. „Wir tragen das durch die Stadt, was ihr vor Kurzem zum ersten Mal empfangen habt, die Hostie“, sagte er. Dann ging die Prozession weiter. Gleich im Anschluss wurde mit Besen und Schaufel die Blütenpracht weggefegt, der Altar abgebaut und alles wieder im Transporter verstaut.

Derweil fing im benachbarten Café das Frühstück an. Aber auch die gesamte Julia-Gruppe war privat bei Familie Rohatsch zum Frühstück eingeladen. „Im Vorjahr hatte ich mir noch Gedanken gemacht, dass der Betrieb des Cafés draußen stören könnte, aber es ist nicht so“, meinte Angela Rohatsch.

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