Bürstadt

Natur Maßnahmen zum Schutz der Bäume geplant

Bürstadt will sich Grün-Charta geben

Archivartikel

Bürstadt.Eine Grün-Charta wollen die Kommunalpolitiker in Bürstadt einführen. Die Details soll der Agendatisch Naturschutz noch ausarbeiten. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses einstimmig.

Henry Riechmann von der Verwaltung und Susanne Benz vom Agendatisch stellten im Ausschuss die verschiedenen Punkte vor, die sich die Gruppe bereits überlegt hat, um die Bäume im Stadtgebiet stärker zu schützen. So wünschen sie sich weitere Paten für Bäume, die sie in Trockenzeiten wässern und die Stadt bei Problemen informieren. Biologe Riechmann möchte, dass bei Neupflanzungen mehr Platz für Wurzeln eingeräumt wird: mindestens zwölf Kubikmeter. Zudem soll die Liste der gefällten und neu gepflanzten Bäume ständig aktualisiert im Internet veröffentlicht werden. In diesem Jahr wurden laut Riechmann bislang 30 abgesägt, und 20 bis 25 gesetzt.

Die Stadt könnte einmal im Jahr Laub- und Obstbäume zu verbilligten Konditionen an Interessierte ausgeben, meint der Agendatisch. Außerdem plädieren die Naturschützer dafür, Bürger bei der Pflege zu unterstützen – beispielsweise beim Abtransport des Laubs.

Abgeschwächte Satzung

Der Agendatisch wünscht sich schließlich noch eine abgeschwächte Baumschutz-Satzung, um besonders stattliche Riesen zu schützen – auf städtischem wie auf privatem Gelände. Letzteres lehnte Burkhard Vetter (FDP) vehement ab. „Ich möchte nicht, dass jemand auf mein Grundstück kommt, um die Bäume in meinem Garten zu erfassen und mir Vorschriften machen zu lassen. Denn niemand macht einen Baum aus Jux und Tollerei weg.“ Auch Richard Kohl meinte (CDU): „Wir wollen Bürger, die vor Jahren einen Baum gepflanzt haben, nicht bestrafen, wenn sie ihn fällen.“ Niemand solle drangsaliert werden. Dem stimmte Franz Siegl (SPD) zu. Er meinte lediglich, dass Menschen, die Unterstützung von der Stadt wünschen beim Kauf oder Laubentsorgen, sehr wohl auf die Liste aufgenommen werden müssten.

Alternativen zum Steingarten

Mit der Grün-Charta wünschen sich die Kommunalpolitiker ein Leitbild für Bürstadt. Einfließen sollen auch Tipps zum Rückbau von Steingärten. Ein rigoroses Verbot lehnen die Politiker jedoch ab – und auch zu einem Rückbau solcher Schottergärten könnte die Stadt niemanden zwingen. Das hat ein juristisches Gutachten ergeben.

„Es gibt vielleicht auch 85-Jährige, die sich nicht mehr um ihren Garten kümmern können und deshalb zu dieser Alternative greifen“, meinte Franz Siegl (SPD). Kirsten Garb (CDU) wandte ein, dass es auch Gärten mit hellen Steinen und Blühpflanzen gebe, die dem Umweltgedanken nicht so arg widersprächen. „Und manche wollen auch kein Hundeklo im Vorgarten und legen deshalb einen Steingarten an – auch weil sie vielleicht hinter dem Haus einen riesigen Garten haben“, meinte Garb.

„Und wenn wir Gehwegparken verhindern, sehen sich manche Leute gezwungen, ihren Vorgarten zum Parkplatz umgestalten“, fügte Burkhard Vetter hinzu.

Bürgermeisterin Bärbel Schader denkt an eine Infoveranstaltung des Runden Tischs Naturschutz, um die Bürger über eine gesunde Stadtentwicklung zu informieren. Dies sei auch Bestandteil des Förderprogramms „Soziale Stadt“.

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